Blick auf einen vergessenen Krieg: arte zeigt «Jemen – Zwischen allen Fronten»

Die Dokumentation zeichnet die Ursachen eines Konflikts nach, der längst weit über die Grenzen des Jemen hinausreicht.

Kaum ein Konflikt erhält in den internationalen Medien so wenig Aufmerksamkeit wie der Krieg im Jemen. Arte widmet sich diesem Thema am Dienstag, 15. September, um 23.30 Uhr mit der Dokumentation «Jemen – Zwischen allen Fronten». Der 57-minütige Film von Sylvain Lepetit und Miyuki Droz Aramaki ist bereits ab dem 8. September online verfügbar und kann bis zum 14. Oktober 2026 in der Mediathek abgerufen werden.

Im Mittelpunkt steht ein Land, dessen strategische Lage an der Meerenge Bab al-Mandab seit Jahren internationale Begehrlichkeiten weckt. Einst verlief rund ein Drittel des weltweiten Containerverkehrs entlang der jemenitischen Küste, inzwischen sorgen Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf Handelsschiffe regelmäßig für Schlagzeilen. Die Dokumentation zeigt, warum der Jemen längst nicht mehr nur Schauplatz eines Bürgerkriegs ist, sondern zum Brennpunkt geopolitischer Interessen geworden ist.

Für ihren Film erhielten die beiden Regisseure Anfang 2026 Zugang zur Hafenstadt Aden und porträtieren den Alltag in einem tief gespaltenen Land. Dichter Amr Al-Eryani, der Künstler Murad Subay sowie die Aktivistinnen Nadwa Dawsari und Shireen Al-Adeimi schildern, wie sie trotz Gewalt und politischer Zersplitterung für Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt eintreten. Damit zeichnet die Dokumentation bewusst ein anderes Bild des Jemen als jenes, das häufig von Waffen und Kriegsberichten geprägt wird.

Darüber hinaus ordnet «Jemen – Zwischen allen Fronten» die Interessen der verschiedenen Konfliktparteien ein. Neben den Huthi-Rebellen und den von den Golfstaaten unterstützten Kräften spielen auch Al-Qaida sowie militärische Interventionen der USA, Israels, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate eine Rolle. So entsteht das Porträt eines Landes, dessen Schicksal längst von regionalen und globalen Machtkämpfen bestimmt wird.
01.08.2026 13:15 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/174080