Canal+ investiert rund eine Milliarde Euro

Der französische Pay-TV-Anbieter hat eine neue Vereinbarung mit der heimischen Filmbranche geschlossen. Das Abkommen sichert Investitionen in französische und europäische Produktionen über fünf Jahre.

Canal+ und mehrere französische Filmorganisationen haben sich auf ein neues Förderabkommen verständigt. Der Vertrag sieht vor, dass der Pay-TV-Anbieter zwischen 2028 und 2032 insgesamt nahezu eine Milliarde Euro in französische und europäische Filme investiert. Vorstandschef Maxime Saada bezeichnete die Einigung als „historisch“ und bekräftigte die Rolle des Unternehmens als wichtigster Partner der französischen Filmindustrie.

Das neue Abkommen übertrifft die bisherige Vereinbarung deutlich. Für den Zeitraum 2025 bis 2027 hatte sich Canal+ zu Investitionen von 480 Millionen Euro verpflichtet. Hinzu kommen nun auch die Verpflichtungen des Bezahlsenders OCS, den Canal+ im Jahr 2023 übernommen hatte. Saada bestätigte zudem, dass Canal+ Filme weiterhin bereits sechs Monate nach ihrem Kinostart zeigen darf und damit seine bevorzugte Position innerhalb der französischen Verwertungsfenster behält.

Die Einigung beendet monatelange Verhandlungen über die künftige Finanzierung des französischen Filmsystems. Hintergrund ist die sogenannte Medienchronologie, die den Zeitpunkt der Auswertung eines Films an die Investitionen der jeweiligen Anbieter koppelt. Während Netflix und Prime Video gegen das derzeitige Modell vorgehen und einen früheren Zugang zu Kinofilmen fordern, hatte Canal+ sogar für ein noch kürzeres Auswertungsfenster geworben. Saada verwies dabei unter anderem auf Disney+, das sich durch höhere Investitionen bereits ein Zeitfenster von neun Monaten sichern konnte.
29.07.2026 00:40 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/173981