Die Dokumentation «Fischmehl – ein schmutziges Business» zeigt, welche Folgen die weltweite Nachfrage nach Aquakultur-Futter für Mensch und Umwelt hat.

Lachs gilt als beliebter Speisefisch, doch kaum jemand denkt darüber nach, womit die Tiere in Aquakulturen gefüttert werden. Genau hier setzt die ZDF-Dokumentation
«Fischmehl – ein schmutziges Business» an. Der Film von Basti Köhler verfolgt den Weg des Rohstoffs von der westafrikanischen Küste bis nach Europa und stellt die Nachhaltigkeit des Systems infrage. Zu sehen ist die Produktion am Sonntag, 9. August, um 15.30 Uhr. Bereits zwei Tage zuvor startet sie in der ZDFmediathek, wo sie bis Anfang November 2031 abrufbar bleibt.
Jährlich werden weltweit bis zu 20 Millionen Tonnen Wildfisch zu Fischmehl verarbeitet, das anschließend unter anderem in europäischen Aquakulturen landet. Die Dokumentation macht deutlich, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf Länder wie Gambia, Senegal und Mauretanien hat. Dort wird Fisch zunehmend knapp und für viele Menschen unerschwinglich, obwohl er zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln zählt. Die alleinerziehende Mutter Kumba Camara schildert im Film, dass sie ihre sieben Kinder inzwischen nicht mehr regelmäßig mit Proteinen versorgen könne.
Neben den sozialen Folgen widmet sich die Produktion auch den ökologischen Problemen. Biologe Werner Kloas kritisiert den Einsatz von Fischmehl als wenig nachhaltig, da hierfür wertvolle Wildfischbestände genutzt würden. Gleichzeitig geht der Film Hinweisen auf illegale Fischerei und Umweltverschmutzung durch Fischmehlfabriken nach. Gemeinsam mit dem gambischen Umweltjournalisten Mustapha Manneh zeichnet Köhler die globalen Lieferketten nach und zeigt, welchen Preis die Produktion von Zuchtfisch tatsächlich haben kann.