ZDF-Intendant räumt Fehler bei Ausladung von Danger Dan ein

Nach der umstrittenen Ausladung von Danger Dan und Igor Levit aus «Die Anstalt» gesteht ZDF-Intendant Norbert Himmler Versäumnisse ein.

ZDF-Intendant Norbert Himmler hat Fehler im Umgang mit der Ausladung von Danger Dan und Igor Levit aus der Satire-Sendung «Die Anstalt» eingeräumt. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte er, dass insbesondere der Zeitpunkt der Entscheidung problematisch gewesen sei. „Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung“, sagte Himmler.

Den Vorwurf, das ZDF habe sich dem politischen Druck rechter Parteien gebeugt, weist der Intendant jedoch zurück. „Politische Kräfte – egal, welcher Couleur – haben darauf keinen Einfluss“, betonte Himmler. Zugleich machte er deutlich, dass er die inhaltliche Entscheidung zur Ausladung weiterhin für richtig hält. Die Kritik am Vorgehen des Senders hält unterdessen an.

Acht Mitglieder des ZDF-Fernsehrats bemängelten in einem Schreiben, das von „netzpolitik.org“ veröffentlicht wurde, mangelnden Mut des Senders. Das ZDF habe die Chance verpasst, „eine Debatte über Rechtsextremismus in Deutschland und die vielfältigen Möglichkeiten seiner Bekämpfung anzustoßen“, heißt es in dem Brief. Auch Danger Dan selbst kritisierte die Entscheidung als Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit hat der Musiker inzwischen einen Ersatzauftritt angekündigt. Im Berliner Columbia Theater wollen beide den Titel „Keine Angst“ aufführen. Das Konzert wird auf YouTube live übertragen, die Erlöse aus dem Ticketverkauf sollen an den Verein Opferperspektive gehen, der Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg unterstützt.
21.07.2026 11:53 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/173782