Gericht stoppt Paramount-Warner-Deal vorerst

Die milliardenschwere Fusion zwischen Paramount und Warner Bros. darf zunächst nicht vollzogen werden.

Die geplante Fusion von Paramount und Warner Bros. ist vorerst gestoppt. Richterin Araceli Martinez-Olguin ordnete am Montag eine einstweilige Verfügung an, die den Abschluss der Transaktion zunächst verhindert. Hintergrund ist eine Klage einer Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien. Die Kläger sehen in dem Zusammenschluss einen Verstoß gegen das amerikanische Kartellrecht und befürchten steigende Preise sowie ein geringeres Angebot an Filmen und Fernsehproduktionen.

In ihrer Entscheidung erklärte die Richterin, die Bundesstaaten hätten ausreichend dargelegt, dass ernsthafte kartellrechtliche Fragen bestünden. Da Paramount selbst eingeräumt habe, durch eine Verzögerung bis Ende September keinen unmittelbaren Schaden zu erleiden, überwiege derzeit das öffentliche Interesse an einer sorgfältigen kartellrechtlichen Prüfung. Bis zu einer endgültigen Entscheidung würden beide Unternehmen als eigenständige Wettbewerber am Markt bestehen bleiben.

Die einstweilige Verfügung gilt zunächst für 14 Tage und kann auf bis zu 28 Tage verlängert werden. Für den 3. August setzte das Gericht bereits eine Anhörung über eine weitergehende einstweilige Verfügung an. Sollte diese erlassen werden, dürfte der Zusammenschluss bis zu einer endgültigen Entscheidung im Hauptverfahren nicht vollzogen werden. In Kartellverfahren gilt dieser Schritt häufig als richtungsweisend: Wird eine solche Verfügung abgelehnt, können Fusionen meist wie geplant abgeschlossen werden. Wird sie dagegen erlassen, scheitern viele Übernahmen bereits vor einem späteren Urteil.

Für Paramount steht dabei viel auf dem Spiel. Nach Unternehmensangaben würden ab dem 30. September erhebliche Vertragsstrafen fällig, falls die Fusion bis dahin nicht abgeschlossen ist. Deshalb drängt das Studio auf eine schnelle Entscheidung und möchte in der Anhörung Zeugen vernehmen lassen. Bereits im Vorfeld hatte Paramount zugesichert, den Deal nicht vor dem 22. Juli abzuschließen.

Die klagenden Bundesstaaten argumentieren, durch den Zusammenschluss würden zwei der größten Anbieter im US-Kabelfernsehmarkt sowie zwei der fünf bedeutendsten Filmverleiher unter einem Dach vereint. Dies könne den Wettbewerb erheblich einschränken. Paramount weist diese Vorwürfe zurück und verweist auf den zunehmenden Wettbewerb durch Unternehmen wie A24, Amazon MGM Studios und weitere Marktteilnehmer.
20.07.2026 19:15 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/173755