Des Weiteren wird der SWR-«Tatort» an eine externe Produktionsfirma outgesourced.

Weitere Sparmaßnahmen im Öffentlich-Rechtlichen machen sich bemerkbar: Der SWR hat damit begonnen, seine «Tatort»-Filme und ausgewählte Unterhaltungsformate an externe Produktionsfirmen auszulagern und nicht mehr selbst herzustellen. Seit dem 14. Juli wird der
«Tatort - Freund und Feind» (AT) mit den Kommissaren aus dem Schwarzwald gedreht, zum ersten Mal als Produktion der Giganten Film Ludwigsburg im Auftrag des SWR.
Außerdem hat der Sender jetzt über die Vergabe der Formate
«Sag die Wahrheit»,
«Schlager-Spaß mit Andy Borg» und
«Tigerenten Club» entschieden, die ab 2027 in externen Studios produziert werden. Bis Ende 2026 wird noch unverändert in den SWR Studios in Baden-Baden produziert.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Giganten Film den Zuschlag für die Produktion der ersten Filme des Schwarzwald-Tatorts bekommen. Am 14.Juli begannen nun die Dreharbeiten der Ludwigsburger Produktionsfirma. Das Drehbuch dazu stammt von Nils-Morten Osburg, Regie führt Simon Schneckenburger. Gedreht wird im Schwarzwald sowie der Region Baden-Baden. Die Vergabe geht auf die im Jahr 2025 getroffene Entscheidung des SWR zurück, fiktionale Produktionen und ausgewählte Unterhaltungsformate nicht mehr selbst herzustellen, um Ressourcen flexibler steuern und eigene Studioflächen reduzieren zu können.
Als nächster Schritt auf diesem Weg wurde nun über die Vergabe der Formate «Sag die Wahrheit», «Schlager-Spaß mit Andy Borg» und wesentlicher Sendungsteile des «Tigerenten Clubs» entschieden. Zentrale Kriterien hierfür waren Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, überzeugende inhaltliche Konzepte sowie der Fokus auf eine mögliche Produktion im Sendegebiet. Die Schlager-Sendung produziert der SWR gemeinsam mit Kimmig Entertainment ab 2027 in einer vom Europa-Park angemieteten Halle in Mahlberg im badischen Ortenaukreis. Eine bewusste Entscheidung, um den Charakter der Sendung zu erhalten und in der Umgebung zu produzieren, die das Format ausstrahlt.
Anders verhält es sich beim Rate-Klassiker «Sag die Wahrheit» : Neuer Produktionsstandort wird in Zusammenarbeit mit dem MDR das MCA-Studiogelände in Leipzig. Durch diese Entscheidung heben SWR und MDR gemeinsam Synergien innerhalb der ARD, indem eine Studiofläche künftig gemeinsam genutzt wird.
Und es gibt eine weitere örtliche Verlagerung außerhalb Baden-Württembergs: Die Show- und Spieleanteile der Kinder-Show «Tigerenten Clubs» werden ab 2027 von Riverside Entertainment in den Bavaria Studios in Köln-Bocklemünd hergestellt. Weiterhin in Eigenproduktion in Stuttgart entstehen u.a. die Live- und Quiz-Teile und die Kinderreportagen.

Kai Gniffke, Intendant des SWR: "Der SWR entscheidet sich aus Verantwortung für die ihm anvertrauten Mittel für die wirtschaftlichsten und sinnvollsten Lösungen. An der Qualität unserer Produktionen für unser Publikum wird sich durch die neuen Produktionsorte nichts verändern. Wir setzen dadurch unsere Ressourcen zielgerichteter ein und reduzieren unsere eigenen Flächen. Der SWR gewinnt an Flexibilität und stärkt gleichzeitig die Produzentenlandschaft."
Clemens Bratzler, Programmdirektor des SWR: "Dass so beliebte SWR-Formate künftig nicht mehr von eigenen Produktions-Teams und in eigenen Studios hergestellt werden, ist schmerzhaft für die betroffenen Mitarbeitenden, die mit ihrem Können und Engagement maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben, Dennoch bleibt es angesichts schneller Veränderungen und großer finanzieller Unsicherheit richtig, uns flexibler aufzustellen. Wir haben überzeugende Lösungen für die Auslagerung gefunden und können den Prozess sozialverträglich umsetzen."