Trotz des Streaming-Booms baut ProSiebenSat.1 sein lineares Angebot aus: 2027 soll mit Sat.2 ein neuer Free-TV-Sender starten, der sich an Zuschauer zwischen 45 und 65 Jahren richtet.

Mitten in einer Zeit, in der viele Medienunternehmen ihre Zukunft vor allem im Streaming sehen, geht ProSiebenSat.1 einen anderen Weg. Wie Content-Chef Henrik Pabst im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ ankündigte, wird der Konzern im kommenden Jahr den neuen Fernsehsender Sat.2 an den Start bringen. Der Kanal soll das bestehende Portfolio ergänzen und sich insbesondere an Zuschauer im Alter zwischen 45 und 65 Jahren richten.
Im Programm sollen vor allem bekannte Serienklassiker und fiktionale Formate zu sehen sein. Pabst nannte unter anderem «Der Bulle von Tölz», «Kommissar Rex» und die Daily Soap «Verliebt in Berlin». Ergänzend seien vereinzelt auch tagesaktuelle Inhalte denkbar. Konkrete Marktanteilsziele wollte der Programmchef noch nicht nennen, verwies aber darauf, dass die kleineren Zielgruppensender des Unternehmens zuletzt deutlich Marktanteile hinzugewonnen hätten.
Zugleich wies Pabst Spekulationen zurück, der neue Sender sei eine Folge der Übernahme durch Media for Europe (MFE). Die Idee zu Sat.2 habe es bereits vor dem Einstieg der italienischen Mediengruppe gegeben. Lineares Fernsehen bleibe ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie, auch wenn Inhalte heute gleichzeitig auf Joyn sowie weiteren Plattformen wie YouTube oder TikTok ausgespielt würden. Bereits vor der Fusion zwischen Sat.1 und der ProSieben Media AG waren vor drei Jahrzehnten schon einmal Ideen über Sat.2 und Kabel 2 spekuliert worden.