Auch ohne die Squadra Azzurra: Italiens Fernsehzuschauer bleiben der WM treu

Besonders die K.-o.-Phase sorgt bei Rai1 für starke Reichweiten, während Jannik Sinner der WM zwischenzeitlich sogar die Show stiehlt und sich zum Wimbledon-Gewinner machte.

Nachdem Italien im Jahr 2006 unter Cheftrainer Marcello Lippi die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland gewann, war in Südafrika und Brasilien bereits in der Vorrunde Schluss. Für die Weltmeisterschaften in Russland (2018) und Katar (2022) qualifizierte sich die Squadra Azzurra gar nicht erst. Auch bei der laufenden Endrunde in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko fehlt Italien erneut. Zu Fernsehmuffeln sind die Italiener deshalb aber keineswegs geworden – sie verfolgen die Spiele dennoch, wenngleich die Reichweiten insgesamt überschaubar bleiben.

Bereits die Eröffnungsfeier der Fußball-Weltmeisterschaft sammelte 2,966 Millionen Fernsehzuschauer ein und brachte dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Rai1 einen Marktanteil von 22,2 Prozent. Mit den Vorberichten zur Partie zwischen Mexiko und Südafrika stieg das Interesse auf 4,91 Millionen. Das Spiel selbst erreichte 4,871 Millionen Zuschauer und führte zu einem Marktanteil von 27,5 Prozent. Die erste Halbzeit sahen 5,402 Millionen Menschen, nach dem Seitenwechsel blieben noch 4,372 Millionen dran. Allerdings lief auch das italienische «Glücksrad» ausgesprochen stark und bescherte dem MFE-Sender Canale 5 4,704 Millionen Zuschauer.

Vor allem die späten Abend- und Nachtspiele fanden allerdings nur ein überschaubares Publikum. Die Partie zwischen Kroatien und Ghana, die zwischen 23.00 und 01.00 Uhr lief, erreichte Ende Juni lediglich 1,975 Millionen Zuschauer. Dabei verfolgten noch 2,394 Millionen Menschen die erste Halbzeit, ehe die zweiten 45 Minuten auf 1,589 Millionen Zuschauer kamen. Mit seiner «WM Notti» verbuchte Rai in der Nacht noch 0,512 Millionen Zuschauer. Gleichzeitig informierten sich 0,398 Millionen Menschen bei den Canale-5-Nachrichten.

Die Partie zwischen Südafrika und Kanada sammelte am Sonntag, den 28. Juni, ab 21.00 Uhr 3,820 Millionen Zuschauer ein. Weil das Spiel durchaus spannend verlief, zogen die Reichweiten im Verlauf der Partie sogar leicht an. Zunächst sahen 3,614 Millionen Menschen zu, die zweite Halbzeit erreichte schließlich 4,014 Millionen Zuschauer. Nach dem Spiel blieben viele Italiener noch bei Rai1, wo die Nachberichterstattung 2,278 Millionen Zuschauer und starke 19,3 Prozent Marktanteil verbuchte. Deutlich stärker lief am nächsten Abend die Partie zwischen Brasilien und Japan, die 5,407 Millionen Menschen anzog. Erwähnenswert war an diesem Tag auch das Wimbledon-Match zwischen Jannik Sinner und Miomir Kecmanović, das bei Sky Italia 0,70 Millionen Zuschauer erreichte.

Am 1. Juli sahen 3,686 Millionen Menschen das Spiel zwischen Belgien und Senegal, das Belgien für sich entschied. Am Mittwochabend musste sich die WM-Übertragung allerdings dem MFE-Sender Canale 5 geschlagen geben: Eine neue Folge von «Temptation Island» erreichte dort 3,819 Millionen Zuschauer. Wie Spanien die Österreicher am Donnerstag, 2. Juli, aus dem Turnier warf, verfolgten 4,699 Millionen Italiener, der Marktanteil lag bei starken 29,4 Prozent. Auch die Nachberichte waren anschließend noch für 2,279 Millionen Zuschauer interessant. Das «Glücksrad»-Prequel «Gira La Ruota della Fortuna» fuhr derweil 3,548 Millionen Zuschauer ein, ehe das Original im Anschluss sogar noch auf 4,416 Millionen Fernsehzuschauer kam.

In der Nacht zum Samstag blieben 1,951 Millionen Zuschauer wach, um das 3:2 zwischen Argentinien und Kap Verde zu sehen. Bereits die Vorberichte schalteten 1,815 Millionen Menschen ein. Da sich die Partie bis tief in die Nacht zog, fiel ein Teil der Übertragung bereits auf den Samstag. Die Verlängerung verfolgten 1,459 Millionen Menschen, für die Nachberichte blieben noch 0,773 Millionen Zuschauer wach. Am nächsten Tag sahen 3,272 Millionen Menschen bereits wieder die Begegnung zwischen Paraguay und Frankreich.

Mit dem Viertelfinale zogen die Reichweiten schließlich deutlich an. Das Match zwischen Frankreich und Marokko, das die Europäer gewannen, verbuchte 6,695 Millionen Fernsehzuschauer. Am Nachmittag kam die «Tour de France» auf 0,978 Millionen Zuschauer und verbuchte damit sogar mehr Interesse als zur gleichen Zeit in Deutschland. Den Sieg Spaniens über Belgien sahen einen Tag später 6,146 Millionen Fernsehzuschauer. Parallel spielte der Italiener Jannik Sinner bei TV8 und Sky Italia gegen Novak Djokovic und gewann die Partie souverän mit 6:4, 6:4 und 6:4. Insgesamt verfolgten 2,143 Millionen Zuschauer das Tennismatch, wovon 1,205 Millionen bei TV8 einschalteten und weitere 0,937 Millionen beim Pay-TV-Sender Sky Italia.

Am Samstagabend verfolgten 4,491 Millionen Zuschauer die WM-Partie zwischen Norwegen und England, der Marktanteil stieg auf starke 48,9 Prozent. Die «Tour de France» erreichte im Tagesprogramm 0,753 Millionen Zuschauer. Die Partie zwischen Argentinien und der Schweiz kam in der Nacht zum Sonntag dagegen lediglich auf 0,648 Millionen Zuschauer und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Gewinner des Tages war ohnehin nicht die Frankreich-Rundfahrt mit 0,845 Millionen Zuschauern, sondern das Wimbledon-Finale zwischen Jannik Sinner und dem Deutschen Alexander Zverev, das 4,216 Millionen Zuschauer anlockte. Davon entfielen 1,367 Millionen auf Sky Italia, weitere 2,849 Millionen sahen die Übertragung beim MFE-Sender TV8. Italien hat damit wieder einen Weltmeister – wenngleich dieser auf der britischen Insel gekrönt wurde. Das Halbfinale zwischen Frankreich – Spanien verbuchte 8,559 Millionen, der Argentinien-Sieg über England kam sogar auf 9,447 Millionen Italiener.
16.07.2026 12:08 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/173571