Wegen «Starnacht» und «Kaum zu glauben»? Krimi schwächelt im Ersten

Obwohl zur Primetime gar kein Fußball lief, waren wieder nur alte Ermittlungen zu sehen.

Mit dem Start der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko haben die deutschen TV-Sender ihr Programm erneut verstärkt mit Wiederholungen aus dem eigenen Archiv aufgefüllt. Auch am gestrigen Abend zeigte sich dieser Trend, obwohl das England-Viertelfinale ja erst um 23.00 Uhr angepfiffen wurde, und das auch nur bei Magenta, Das Erste entschied sich zur besten Sendezeit jedenfalls für die erneute Ausstrahlung des Krimis «Blutspur Antwerpen».

Die bereits gezeigte Episode belegte ab 20.15 Uhr rund 90 Minuten Sendezeit. Trotz etablierten Vorgehens schalteten nur ungewohnt begrenzte 1,84 Millionen Zuschauer ein, was dem Sender einen mittelmäßigen Marktanteil von 11,8 Prozent bescherte. Damit war man weit entfernt von der Performance der meisten anderen Krimi-Re-Runs. Gelegen haben könnte dies aus einem Konglomerat mehrerer Faktoren: Zum einen sicher das direkte Duell mit dem ZDF, in dem sich der Großteil der Krimi-Fans schlicht für die Mainzer entschied. Zum anderen aber wohl auch zusätzliche Konkurrenz durch Übertragungen in den Dritten: Zu nennen sind hier die «Starnacht am Wörthersee» im MDR (gute 5,4 Prozent durch 0,84 Millionen) und vor allem auch das Open Air Special von «Kaum zu glauben» im NDR (starke 8,2 Prozent durch 1,27 Millionen). Darüber hinaus waren in einigen Landesteilen die Temperaturen auch sehr hoch. Aber nochmal zurück zum Krimi: Bei den 14- bis 49-Jährigen fiel die Resonanz vertretbar aus: 0,13 Millionen Zuschauer beziehungsweise 6,7 Prozent Marktanteil reichten nur für ein annehmbares Resultat.

Es war also eine keine ganz optimale Ausgangslage für die «Tagesthemen». Deren Reichweite steigerte sich dennoch auf 1,95 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von passablen 12,2 Prozent. In der jüngeren Zielgruppe kamen 0,18 Millionen zusammen, was einem Marktanteil von vernünftigen 8,5 Prozent entsprach. Danach kam es zu einer weiteren Krimi-Ausstrahlung von «Seeland - Ein Krimi vom Bodensee»: Der Marktanteil fiel wieder etwas ab auf durchwachsene 10,8 Prozent (1,54 Millionen), während sich bei den Jüngeren 0,12 Millionen Personen beziehungsweise maue 4,9 Prozent ergaben.
12.07.2026 08:56 Uhr  •  Mario Thunert Kurz-URL: qmde.de/173520