Trotz insgesamt noch überdurchschnittlicher Größenordnungen ist der Aderlass unübersehbar – die Zweistelligkeit wurde ärgerlicher Weise verfehlt, der Trettl-Plan ging zudem nicht wirklich auf.
«Kitchen Impossible» meldete sich in den letzten Wochen und Monaten mit neuen Folgen zurück. Die neue Staffel brachte eine besondere Gastgeber-Konstellation mit sich. Wie bereits bekannt, nahm sich Tim Mälzer im vergangenen Jahr eine kamerafreie Zeit – und übergab in dieser Zeit für drei Folgen an Roland Trettl. Auch neu war die Team-Edition: Mit Cornelia Poletto, Elif Oskan und Viktoria Fuchs standen erstmals drei Spitzenköchinnen in wechselnden Zweier-Teams am Herd und liefern sich einen Wettkampf.
Aus den Startlöchern kam die frische Runde am Sonntag, 12. April 2026 – da war Mälzer noch dabei und trat gegen Salt & Silver an. Die erste Episode hätte allerdings einen größeren Schwung mitbringen können, schließlich verblieb sie zum Auftakt etwas enttäuschend im einstelligen Bereich von trotzdem soliden 8,3 Prozent durch 0,37 Millionen junge Fans. Insgesamt kamen zum Start 0,89 Millionen zu mittelmäßigen 4,2 Prozent zusammen – man fiel also unter die Millionen-Schwelle.

Sieben Tage später war dann erstmals Roland Trettl in Vertretung zu sehen, als er sich mit Martin Klein duellierte. Dennoch recht konstant sah es mit Blick auf die 14-49-Jährigen aus, weil erneut 8,3 Prozent zu Buche standen, weil die Reichweite nur leicht auf 0,33 Millionen Umworbene sank – von der Zweistelligkeit war man dennoch klar entfernt. Die Älteren markierten schon eine deutlichere Abwärtsbewegung wegen 0,76 Millionen zu ausbaufähigen 0,38 Millionen.
Im exakt etablierten Rahmen hielt sich der Zuspruch zumindest bei den Jüngeren dann in der letzten April-Woche mit dem prominenten Duell zwischen Tim Mälzer und Alexander Herrmann. Die Reichweite in besagter Altersschicht hielt sich identisch auf 0,33 Millionen, wodurch auch der Quotenwert in Höhe 8,3 Prozent reproduziert werden konnte. Am Gesamtmarkt machte sich der Umstand, dass Mälzer dabei war, deutlich stärker bemerkbar, denn dort optimierte man sich auf 0,97 Millionen, sprich 4,9 Prozent – erstmals in der laufenden Runde kratze die Sendung zumindest an der Millionen-Marke.

Doch wo Lichtblicke schimmern, ist auch Schatten. Das zumindest stellte «Kitchen Impossible» unter Beweis, als am 3. Mai mit Trettl vs. Mraz ein Einbruch auf mittelprächtige 6,3 Prozent erfolgte, der die Zielgruppen-Zahlen auf nur noch 0,24 Millionen drückte, was einer bedenklichen Entwicklung gleichkam. Ein Abfall zeichnete sich parallel auch mit Bezug zu den Älteren ab, welche auf 0,67 Millionen und schwache 3,5 Prozent nachgaben.
Aber es war ein Durchschnaufen in Sicht, das eine Woche darauf zunächst durch die erwähnte Team-Edition mit Poletto, Oskan und Fuchs ausgelöst wurde. Die ungewohnte Konstellation erhöhte die Einschaltimpulse scheinbar etwas, und verbesserte sich zumindest mal wieder auf 0,33 Millionen Umworbene, die sogar den bisher besten Staffel-Anteil von 9,0 Prozent ermöglichten. Eine zaghafte weitere Steigerung einer Mälzer-Folge in der Folgewoche auf 0,34 Millionen reicht dann schon aus, um die Prozent-Relation zusätzlich auf schöne 9,6 Prozent aufzupolieren – erstmals in der aktuellen Runde schnupperte man also mal wieder an der Zweistelligkeit. Insgesamt gings in diesem Zeitraum übrigens zumindest bis auf 0,79 Millionen und akzeptable 4,2 Prozent.
In den letzten beiden Wochen Ende Mai/Anfang Juni offenbarte sich schließlich nochmal ein gemischtes Bild. Während am 24. Mai mit Trettl bei Hitze und gegen WWM-Zockerspecial ein Staffeltiefstwert im Umfang 0,19 Millionen und 6,6 Prozent Werberelevante verkraftet werden musste, sah es zum Finale bedeutend freundlicher aus, als sogar ein Bestwert von erstmals wieder zweistelligen 12,0 Prozent anhand 0,39 Millionen zusammenkam. Der Fall war dies für eine Best Friends Edition (Tim Mälzer vs. Anton Schmaus vs. Matthias Diether). Deutlich wurde jene Diskrepanz der zwei letzten Termine auch in Puncto Gesamtreichweite, die während der letzten Trettl-Folge ob 0,47 Millionen und 2,8 überhaupt keinen Stich setzte, während der Mälzer-Team-Edition aber freundlichere 0,85 Millionen und d'accord gehende 4,8 Prozent zeitigte.
Im Endeffekt stehen Mittelwerte von noch soliden 8,2 Zielgruppen-Prozent (0,31 Millionen) und mittelmäßigen 3,9 Prozent (0,74 Millionen) zu Papier. Damit kann VOX unter dem Strich zwar noch ganz gut leben, für den einstigen Überflieger „Kitchen Impossible“ bedeutete dies aber trotzdem ein bitterer Sturz in die Einstelligkeit - in der Vorgänger-Runde war mit 10,4 Prozent bei den 14-49-Jährigen noch zweistellige Durchschnittszahlen drin. Es passierte also etwas durchaus Bedenkliches: Der Koch-Klassiker büßte mit der jüngsten Staffel seinen Ausnahme-Status ein – das kann der RTL-Gruppe nicht gefallen.

Ein Erklärungsansatz kann der Mälzer-Wegfall bei temporärer Trettl-Vertretung sein, schließlich wiesen die Vertretungsausgaben außer der Frauen-Edition schwächere Resultate auf. Der Trettl-Move ging also erkennbar nicht auf. Zusätzlich scheinen immer größere Abnutzungserscheinungen ins Gewicht zu fallen, die auch die Mälzer-Ausgaben inzwischen regelmäßig in die Einstelligkeit drücken, während sie früher meistens die Zweistelligkeit erreichten. Dies konnte im abgelaufenen Durchlauf nur ein einziges Mal erreicht werden. Zudem fällt man mittlerweile meistens unter die früher sichere Millionen-Marke. Das alles sind, trotz Meckern auf (noch) gutem Niveau, Anzeichen für eine Überstrapazierung, die die Verantwortlichen zum Nachdenken bringen könnten.