Mit einem ungünstigen Timing verfeuerte RTL die Highlight-Auflösung bei sengender Sommer-Hitze - wenigstens war Erholung in Sicht zur Wochenmitte.

Spezial-Folge von
«Gute Zeiten, schlechte Zeiten»: Am dieswöchigen Montag, den 22. Juni, gipfelte der Crime-Plot um den Mord an Zoe (Lara Dandelion Seibert) und auch um den Mord an Carlos (Patrick Fernandez) in einer Doppelfolge. Genau diese reichte ab 19:40 Uhr bis in die Primetime hinein. Doch ausgerechnet diese Handlungsspitze konnte bei Hitze und gegen Fußball nur verhaltene Ergebnisse erzielen - liefs im Nachgang besser?
Doch von vorn: Am Montag war die Sonder-Programmierung überraschend ernüchternd unterwegs: Im Schnitt sicherte sich die Doppelfolge nämlich nur 7,9 Prozent durch 0,34 Millionen Fernsehzuschauer in der Zielgruppe. Auch wenn man damit immerhin erster Fußballverfolger in dieser Kategorie war, war es nicht der sicherlich erwünschte Aufschlag. Wenngleich sich die Reichweite noch so im Rahmen bewegte und der verringerte Anteil auch durch die längere Laufzeit ein Teil-Faktor sein könnte, ist das schon enttäuschend. Insgesamt standen mittelmäßige 1,43 Millionen auf dem Papier, das führte zu 6,6 Prozent.
Noch weiter nachgelassen sah es dann tatsächlich regulär am Dienstag aus. Schließlich kam ein kleiner Satz nach unten auf: 0,29 Millionen werberelevante Zuschauende ermöglichten dieses Mal einen Quotenwert von weiter ungewohnt einstelligen 8,3 Prozent - direkte Fußball-Konkurrenz durch das Portugal-Match am Vorabend machte es der Daily aber auch erneut sehr schwer. Mit 6,7 Prozent bei 1,27 Millionen sah es beim Gesamtpublikum noch so ok aus.
Schön gesteigert war man zur Wochenmitte unterwegs. Tatsächlich kletterten die Anteile merklich auf klasse 16,0 Zielgruppen-Prozent (0,40 Millionen). Hier machte sich wohl das fehlende Vorabend-Match bemerkbar, aber auch unabhängig davon war dies eine lobenswerte Leistung. Am Gesamtmarkt war auch Bewegung nach oben drin, was sich in klar soliden 8,3 Prozent ob 1,40 Millionen äußerte.
Weiter solide lief auch der Donnerstag wieder ohne Vorabend-Fußball. An jenem Datum schalteten immerhin 0,34 Millionen 14-49-Jährige zu, die zu einem einwandfreien Marktwert von 15,9 Prozent führten - Konstanz trotz hitzereduzierter übergeordneter TV-Nutzung war hier mit ein Schlüssel zum Erfolg. An dieser Stelle zeigte sich auch, dass die identische Montags-Reichweite einen höheren Prozentwert hervorgebracht hätte, wenn sie nur für den Vorabend gemünzt worden wäre.
Wieder gesunken das Feld am brüllend heißen Freitag: Die Dimensionen sanken klar auf 0,28 Millionen, die schon reichten zu soliden 13,8 Prozent. Insgesamt waren die Verhältnisse mit 1,32 Millionen zu 8,3 Prozent im passablen Bereich anzusiedeln.
Tatsächlich wies «GZSZ» zu Beginn der Woche mit der Spezial-Programmierung nur verhaltene Prozent-Relationen auf, weil sich eine moderate Vorabend-Reichweite zur Hauptsendezeit nicht weiter erhöhte - das wäre notwendig gewesen, um im stärkeren Umfeld die Anteile hochzuhalten, beziehungsweise gar zu steigern, wie man es von früheren «GZSZ»-Primetime-Ausflügen gewohnt war, die allerdings auch gesplittet ausgewiesen wurden. Hitze und Fußball schlugen hier wohl gleich doppelt ins Kontor.
Zum Ende bleibt zu erwähnen, dass auch eine erhöhte Streaming-Nutzung mit in die verhaltene lineare Performance reingespielt haben könnte - vielleicht noch mehr Fans als sonst haben die Auflösung also eventuell vorab gesichtet, weil sie nicht warten wollten. Dennoch bleibt darüber hinaus der schale Beigeschmack, dass RTL für eine Highlight-Storyline wie die Mord-Auflösung nicht das beste Timing hatte - vorsichtig formuliert. Warum man Handlungsfäden des ganzen letzten Jahres ausgerechnet dann zu ihrem Höhepunkt führt, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass Temperaturen über 30 Grad liegen und zusätzlich die Fußball-WM der Männer viel Aufmerksamkeit abgräbt, hinterlässt schon ein paar Fragezeichen...