Quotencheck: «Umwelt Crime»

Linear gesehen war die Produktion für das ZDF kein wirklicher Erfolg. Allerdings werden derartige Dokus inzwischen auch gerne mit Fokus auf On Demand-Rezeption gedacht.

Verbrechen und Vergehen gegen die Umwelt beleuchtete die ZDF-Dokuserie «Umwelt Crime». Der Sender beschreibt das Vorgehen so: Die Dokumentationen nehmen die Perspektive derer ein, die sie erlebt haben. Dabei stehen Menschen im Fokus, die die Zuschauerinnen und Zuschauer an die Schauplätze des Geschehens führen. Die Doku rekonstruiert das Tatgeschehen und blickt auf den Impact für Mensch und Umwelt. Doch wie lief das Ganze von den linearen Quoten her?

Gesendet wurde die Reihe sporadisch an Sonntagnachmittagen. Los gings mit „Der Fall Rastatt: PFAS Chemikalien im Trinkwasser“. 2012 deckt eine Routinekontrolle Industriechemikalien im Trinkwasser der Stadtwerke Rastatt auf. Die Chemikalie gelangt ins Trinkwasser und auch ins Blut der Menschen. Erst nach und nach wird das Ausmaß klar.

Schaut man sich die Zahlen die Sendung vom Sonntag, den 26. Mai 2024 um 15.45 Uhr, an, dann muss man von einem recht schwachen Start sprechen. 0,88 Millionen Gesamtzuschauenden sorgten für einen Anteil von ärgerlich einstelligen 9,6 Prozent. Ganz übel war die Performance bei den Jüngeren, welche zu 2,3 Prozent (0,04 Millionen) dabei waren. Beide Werte lagen also klar unter dem Senderschnitt.

Am 20. Oktober 2024 stand die Bewährungsprobe an, ob die Zahlen sich steigern konnten. Tatsächlich verbesserte sich die Gesamtreichweite etwas auf 0,99 Millionen, womit man wenigstens an der Millionen-Marke kratzte – der Anteil sank bei offensichtlich höherer übergeordneter TV-Nutzung allerdings dennoch auf 9,4 Prozent. Bezüglich der Jüngeren erhöhte die Episode zum Thema Fischsterben das Interesse auf zumindest mal verschmerzbare 5,0 Prozent, wofür bereits moderate Erhöhungen auf 0,10 Millionen ausreichten.

Bevor 2025 eine weitere neue Folge gezeigt wurde, wiederholte das ZDF im Vorfeld (Februar 2025) nochmal die bisherigen zwei Fälle. Dabei trat dann etwas Paradoxes ein: Denn die am 2. und 9. Februar wiederholten Ausgaben sorgten erstmals dafür, dass die Reichweiten über die Millionen kamen – 1,17 wie 1,06 Millionen wurden gemessen. Die Gesamt-Prozente erhöhte dies aber dennoch nicht – sie blieben ob 9,6 und dann sogar nur 8,5 Prozent einstellig. Zu sehen ist das Ganze sicherlich auch im Kontext einer höheren übergeordneten TV-Nutzung zur Winterzeit. Bei den Jüngeren holten die Re-Runs übrigens jeweils 0,13 Millionen und knapp über fünf Prozent.

Am 9. März 2025 um 15.45 Uhr wurde schließlich eine neue Aufarbeitung gezeigt. Gedreht hat sie sich um den sogenannten Müllbaron, der ab 2005 als Entsorgungsunternehmer in Brandenburg Kasse mit illegal vergrabenem Müll machte. Die heiße Ware ließ sich der „Müllbaron“ aus ganz Deutschland liefern. Mehr als 3000 Lastwagenladungen voll mit gehäckselten Medizinabfällen, Kunststoffschnipseln und Bauresten verkippt er auf seinen sieben Deponien im LK Potsdam-Mittelmark. Erst nach Jahren fliegt der Betrug auf. Interesse fand jene Aufdeckung im Endeffekt bei perplexer Weise wieder verringerten 0,89 Millionen, die den Anteil bei verhaltenen 9,2 Prozent beließ. Ebenfalls sank die Beteiligung im Alter zwischen 14 und 49 – sie reduzierte sich auf schlechte 3,7 Prozent durch lediglich 0,06 Millionen.

Die nächste neue Ausgabe lief dann erst 2026, genauer gesagt am 31. Mai 2026. Befasst hatte sie sich mit der sogenannten Elfenbeinkönigin: Yang Fenglan lässt Hunderte Elefanten durch Wilderei töten und schmuggelt das Elfenbein über ihr Netzwerk nach Asien. Mit dem illegalen Elfenbeinhandel verdient sie Millionen. Ernüchternder Weise fuhren die Mainzer damit den bisherigen Tiefstwert von mageren 7,7 Prozent und 0,76 Millionen ein. Mangelhaft erneut die Größenordnung der Jüngeren wegen 3,3 Prozent durch 0,05 Millionen.

Mit Blick auf die Abrechnung ergeben sich Mittelwerte von unterdurchschnittlich einstelligen 9,0 Prozent (0,96 Millionen) bezüglich der Gesamtzuschauer. Beim Jüngeren Publikum sah es ob 4,3 Prozent (0,08 Millionen) noch dürftiger aus. Linear gesehen war die Produktion für das ZDF also kein wirklicher Erfolg. Allerdings werden derartige Dokus inzwischen auch gerne mit Fokus auf die Mediathek gedacht – konkrete Aufrufzahlen liegen hier allerdings nicht vor.
26.06.2026 12:00 Uhr  •  Mario Thunert Kurz-URL: qmde.de/173061