Harald Lesch blickt auf die Zukunft des deutschen Waldes

Eine neue «Terra X»-Dokumentation zeigt, wie Klimawandel, Schädlinge und neue Konzepte die Zukunft der Wälder prägen.

Der deutsche Wald steht vor gewaltigen Herausforderungen. Hitzeperioden, Stürme und Borkenkäfer haben in den vergangenen Jahren tiefe Spuren hinterlassen und die Diskussion über die Zukunft der heimischen Wälder neu entfacht. In der Dokumentation «Der Wald – Wunderwelt im Wandel» geht Harald Lesch am Dienstag, 28. Juli, der Frage nach, wie es um eines der wichtigsten Ökosysteme Deutschlands steht.

Dabei trifft der Wissenschaftsjournalist auf Förster, Wissenschaftler und Naturschützer, die unterschiedliche Wege verfolgen, um den Wald widerstandsfähiger zu machen. Im Mittelpunkt steht unter anderem der Ebersberger Forst bei München, wo neue Mischwaldkonzepte erprobt werden. Dort wird untersucht, welche Baumarten den Herausforderungen des Klimawandels künftig besser standhalten können als die lange dominierenden Fichtenbestände.

Ein Symbol für diesen Wandel ist ausgerechnet der Eichelhäher. Der Vogel galt früher vielerorts als Problem für die Forstwirtschaft, weil er Eicheln verbreitete und damit die gezielte Bewirtschaftung erschwerte. Heute wird seine Rolle bei der natürlichen Verjüngung von Mischwäldern deutlich positiver bewertet. Damit steht der Vogel sinnbildlich für ein Umdenken in der deutschen Forstwirtschaft.

Einen anderen Ansatz präsentiert die Dokumentation im Nationalpark Bayerischer Wald. Dort gilt seit Jahrzehnten das Prinzip, die Natur möglichst sich selbst zu überlassen. Auch nach Sturmschäden oder Borkenkäferbefall wird nur begrenzt eingegriffen. Gemeinsam mit Forschungsleiter Jörg Müller untersucht Lesch die Auswirkungen dieser Strategie und beschäftigt sich mit der Bedeutung von Totholz für Artenvielfalt und Klimaschutz. Die Sendung verbindet aktuelle Umweltfragen mit grundlegenden Erkenntnissen über die Rolle des Waldes für Mensch und Natur. Neben seiner Funktion als Erholungsraum wird der Wald als wichtiger Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten betrachtet.
28.06.2026 13:07 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/173022