Mit James Burrows verliert die Fernsehbranche einen der prägendsten Regisseure der TV-Geschichte und einen der Väter von «Cheers».

Der amerikanische Regisseur, Produzent und Autor James Burrows ist am Freitag im Alter von 85 Jahren gestorben. Seine Familie bestätigte gegenüber dem „Magazin People“, dass Burrows im Kreis seiner Angehörigen friedlich eingeschlafen sei. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg galt er als einer der einflussreichsten Fernsehmacher der USA und prägte das Sitcom-Genre wie kaum ein anderer.
Burrows gewann im Laufe seiner Karriere zehn Emmy Awards und war an zahlreichen Fernsehklassikern beteiligt. Seinen Durchbruch feierte er mit «Taxi», für das er 1980 und 1981 jeweils den Emmy für die beste Regie erhielt. Gemeinsam mit Glen und Les Charles entwickelte er später die legendäre NBC-Sitcom «Cheers», deren Erfolg den Grundstein für zahlreiche weitere Produktionen legte. Zudem inszenierte er sämtliche 188 Episoden von «Will & Grace» und arbeitete an Serien wie «Frasier», «Friends», «The Big Bang Theory», «Mike & Molly», «2 Broke Girls» und «Two and a Half Men».
Als besonderer Förderer junger Schauspieler genoss Burrows in Hollywood einen exzellenten Ruf. Vor allem die Darsteller von «Friends» profitierten von seiner Erfahrung. Branchenintern wurde ihm zudem zugeschrieben, das klassische Mehrkamera-Sitcom-Modell weiterentwickelt und populär gemacht zu haben. Im Jahr 2015 erreichte er mit seiner Arbeit an der NBC-Serie «Crowded» die Marke von 1.000 inszenierten Sitcom-Episoden. NBC widmete ihm daraufhin 2016 die zweistündige Sondersendung «Must See TV: An All-Star Salute to James Burrows», an der zahlreiche Stars seiner Produktionen teilnahmen.
Geboren wurde Burrows in Los Angeles als Sohn des bekannten Autors und Regisseurs Abe Burrows. Nach seiner Ausbildung an der Yale School of Drama begann er zunächst am Theater, bevor er Mitte der 1970er Jahre durch James L. Brooks und Allan Burns zur Fernsehregie wechselte. In den folgenden Jahrzehnten arbeitete er an mehr als 100 Serien und wurde rekordverdächtige 21 Mal für einen Preis der Directors Guild of America nominiert, den er viermal gewann.