Südkorea bleibt Netflix’ stärkster Exporteur außerhalb der USA

Mit 12,1 Milliarden angesehenen Stunden haben südkoreanische Produktionen auf Netflix zwischen April 2025 und März 2026 weltweit einen neuen Bestwert außerhalb der Vereinigten Staaten erreicht.

Südkoreanische Serien und Filme setzen ihren globalen Siegeszug bei Netflix fort. Wie eine neue Auswertung der Marktforscher von Omdia und Digital i zeigt, entfielen zwischen April 2025 und März 2026 weltweit 12,1 Milliarden gestreamte Stunden auf Inhalte aus Südkorea. Damit liegt das Land klar auf Rang zwei hinter den Vereinigten Staaten, deren Produktionen auf 59,6 Milliarden Stunden kamen.

Besonders bemerkenswert ist der Abstand zur Konkurrenz. Japanische Produktionen erreichten im gleichen Zeitraum 8,4 Milliarden Stunden, britische Inhalte kamen auf 6,8 Milliarden Stunden. Südkorea generierte damit 44 Prozent mehr Sehdauer als Japan und nahezu doppelt so viele Abrufe wie Produktionen aus dem Vereinigten Königreich. Auf den weiteren Plätzen folgen Spanien (3,2 Milliarden Stunden), US-kanadische Koproduktionen (2,4 Milliarden Stunden), britisch-amerikanische Gemeinschaftsproduktionen (1,9 Milliarden Stunden), Kanada (1,8 Milliarden Stunden), Kolumbien (1,7 Milliarden Stunden) und Mexiko (1,5 Milliarden Stunden).

Für die starken Werte sorgten unter anderem internationale Publikumserfolge wie «Squid Game», «Daehongsu» («The Great Flood») und «Pokssak Sog-atsuda» («When Life Gives You Tangerines»). Die Titel trugen maßgeblich dazu bei, dass sich Südkorea endgültig als globale Streaming-Macht etablieren konnte.

Maria Rua Aguete, Head of Media & Entertainment bei Omdia, sieht darin einen grundlegenden Wandel der internationalen Medienlandschaft. „Südkorea hat sich als führende Quelle weltweit erfolgreicher Inhalte außerhalb der Vereinigten Staaten etabliert“, erklärte die Analystin. Die 12,1 Milliarden angesehenen Stunden würden die enorme internationale Nachfrage nach koreanischen Produktionen verdeutlichen und die wachsende Bedeutung des Landes innerhalb der globalen Content-Industrie unterstreichen.

Nach Ansicht von Omdia profitiert Südkorea von einem Zusammenspiel aus kreativen Talenten, starken Markenrechten, hoher Produktionsqualität und einer zunehmend internationalen Vermarktung. Was einst mit einzelnen Überraschungserfolgen begann, habe sich inzwischen zu einem nachhaltigen Produktionsökosystem entwickelt. Gerade die kontinuierliche Lieferung international erfolgreicher Formate unterscheide Südkorea mittlerweile von vielen anderen Märkten.
18.06.2026 07:55 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/172759