«Terra Xplore» beleuchtet die psychischen Folgen von Vermisstenfällen

Leon Windscheid beschäftigt sich Anfang Juli mit der Frage, wie Angehörige mit der Ungewissheit umgehen, wenn ein geliebter Mensch spurlos verschwindet.

Das ZDF zeigt am Sonntag, den 5. Juli 2026, um 17.15 Uhr eine neue Ausgabe von «Terra Xplore». Die Folge trägt den Titel „Vermisst – wie lange bleibt die Hoffnung?“ und steht bereits ab dem 22. Juni im Streaming-Angebot des Senders bereit. Moderator und Psychologe Leon Windscheid spricht darin mit Betroffenen und Experten über die psychischen Belastungen, die ein Vermisstenfall mit sich bringt.

Im Mittelpunkt der Dokumentation steht Ralf Salice, dessen Tochter Scarlett im September 2020 während einer Wanderung im Schwarzwald verschwand. Obwohl die offiziellen Suchmaßnahmen längst eingestellt wurden, sucht der Vater bis heute weiter nach Hinweisen. Für ihn ist das Verschwinden seiner Tochter zum bestimmenden Thema seines Lebens geworden. „Ich muss das tun, was nötig ist, um sie wiederzufinden“, erklärt Salice in der Sendung.

Leon Windscheid spricht zudem mit der Psychologin Rita Rosner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt über die Auswirkungen dauerhafter Ungewissheit auf die menschliche Psyche. Die Wissenschaftlerin erläutert, warum Menschen Unsicherheit nur schwer aushalten und welche Rolle Hoffnung in solchen Situationen spielt. Dabei könne Hoffnung einerseits stabilisieren und Kraft geben, andererseits aber auch verhindern, dass Betroffene Schmerz verarbeiten.

Ergänzt wird die Ausgabe durch die Geschichte der österreichischen Sportlerin Nathalie Schöffmann, die 2019 während einer Radtour entführt wurde. Sie berichtet von den Stunden in der Gewalt ihres Täters und davon, wie sie trotz extremer Angst die Hoffnung auf Rettung nicht verlor.
14.06.2026 12:39 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/172594