Es geht um Tariferhöhungen für Mitarbeitende der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt, die nun zunächst aber nicht für alle zutrifft.

Die VRFF Mediengewerkschaft hat nach Verhandlungen mit dem WDR am Dienstagabend eine Tarifeinigung erzielt. Der Abschluss zwischen VRFF und WDR sieht bei einer Laufzeit von 35 Monaten Vergütungssteigerungen von insgesamt bis zu 5,73 Prozent vor. Für Verstimmungen und Kritik sorgte, dass dies passierte, obwohl die ebenfalls verhandelnden Gewerkschaften ver.di, DJV und unisono nach fünf Stunden ihre parallel laufende Verhandlung nicht weitergeführt hatten - wie sich diese Kontroverse auf mögliche weitere Verhandlungen zwischen den übrigen Gewerkschaften und WDR auswirkt, wird sich zeigen müssen.
Dennoch seien an dieser Stelle zunächst die vereinbarten Entgelterhöhungen von VRFF-Seite festgehalten: Diese umfassen 1,23 Prozent rückwirkend zum 1. Februar 2026, 2,0 Prozent ab dem 1. Februar 2027, 1,0 Prozent ab dem 1. Februar 2028, weitere 1,0 Prozent ab dem 1. Februar 2028 vorbehaltlich der Ausarbeitung einer ARD-Entsendungsregelung sowie zusätzliche 0,5 Prozent ab dem 1. Februar 2028 für den Fall einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags infolge des noch ausstehenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts.
Die vorgesehene ARD-Entsendungsregelung soll künftig den zeitweisen Einsatz von Beschäftigten in anderen ARD-Anstalten unter festgelegten Rahmenbedingungen ermöglichen. Die VRFF sei laut eigener Auskunft der Überzeugung, dass beide Seiten unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen die Grenzen des Machbaren ausgelotet hätten. Für gravierende Streitpunkte sorgte dieser Alleingang allerdings bei Vertretern der anderen Gewerkschaften.
"Angesichts der erheblichen Sparvorgaben waren die Verhandlungen alles andere als einfach. Umso wichtiger ist, dass wir für die Beschäftigten reale Einkommenssteigerungen erreichen, trotz der bisher ausbleibenden Beitragserhöhung. Wir wollten Leermonate vermeiden und sind damit auch dem Wunsch unserer Mitglieder nachgekommen, dass die Tarifverhandlungen nicht wieder über ein Jahr dauern, sondern konstruktive und zielführende Verhandlungen stattfinden, mit dem Ergebnis einer linearen Steigerung ab Laufzeitbeginn", erklärt Matthias Kopatz, Verhandlungsführer der VRFF.
"Ein alleiniger Abschluss war sicherlich nicht unser Ziel. Als die Arbeitgeberseite angedeutet hat, dass am heutigen Tag ein Abschluss möglich sei, haben wir selbstverständlich weiterverhandelt. Warum die anderen Gewerkschaften DJV, unisono und ver.di ihre Verhandlungen nicht weitergeführt haben, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schließlich hat die Arbeitgeberseite sie extra noch über die fortlaufenden Verhandlungen mit der VRFF informiert", so Christian Gesch, Verhandlungsführer der VRFF Beitragsservice.
Verärgert zeigt sich hingegen Volkmar Kah vom DJV beispielsweise gegenüber DWDL: "Dass die jetzt die Belegschaft gemeinsam mit dem WDR in eine Situation konkurrierender Tarifverträge bringen und damit in eine Situation, die in anderen Unternehmen für eine erhebliche Störung des Betriebsfriedens sorgt, hinterlässt mich gerade sprachlos."