Die frühere Erfolgsmarke ist an einigen Terminen inzwischen zu einem kleinen Sorgenkind geworden – der Staffelschnitt markiert deutlich Luft nach oben.
Die 23. Staffel der Dokusoap
«Die Wollnys – Eine schrecklich große Familie!» startete wegen des 15-jährigen Jubiläums direkt mit einem Quiz-Spezial. Silvia erfuhr, dass sie anlässlich des Jubiläums eine Quizshow moderieren wird und ihren Kindern knifflige Fragen zu den letzten 15 Jahren Wollny-Geschichte stellen darf. Doch sahen auch die Zuschauenden einen Grund zum Feiern?
Los ging die Staffel mit dem Special am 18. Februar um 20.15 Uhr. Zu dem Zeitpunkt wurden allerdings nur überschaubare 0,19 Millionen Leute zwischen 14 und 49 erhoben, die einen 4,2 Prozent hohen Quotenwert hervorbrachten - ein zunächst mäßig verhaltener Auftakt in die neue Runde, der in den ursprünglichen Over-Nights mit 3,7 Prozent sogar noch spärlicher ausfiel. Am Gesamtmarkt sah es richtiggehend schlecht aus: Lediglich 2,4 Prozent und 0,55 Millionen kamen dort zusammen. Tatsächlich sah es dann eine Stunde später für die zweite Folge ein Stück optimiert aus – immerhin recht passable 5,2 Prozent (0,21 Millionen) holte man in der Zielgruppe.

Steigerungen in der Zielgruppe konnten in Woche zwei nur bedingt verbucht werden: Die Zielgruppen-Reichweite verbesserte sich ob 0,22 Millionen zwar ein weiteres bisschen, die an jenem Abend allerdings nur zu einem Anteil im Vierer-Bereich (4,5 Prozent) langten. Die zweite Folge des Abends holte dann 4,6 Prozent durch 0,20 Millionen Umworbene. Das ist ok für RTLZWEI, aber wirklich berauschend natürlich nicht.
Doch es zeigte sich, dass man sich mit eben skizzierter Flughöhe noch vergleichsweise glücklich schätzen konnte, denn ein deutlicher Rückschlag stand vor der Tür. Am 11. März brach das Interesse auf nur noch schwache 3,1 Prozent durch 0,14 Millionen 14-49-Jährige weg. Die zweite Episode des Abends brachte bei gleicher Reichweite nur unwesentliche Steigerungen auf 3,5 Prozent. Mit Blick auf die Gesamtzuschauerschaft rutschte die Großfamilie sogar in die extrem mickrige Ein-Prozent-Zone (1,7 Prozent anhand 0,42 Millionen).

Ziemlich blass blieb zunächst die erste Folge sieben Tage später: Die Zielgruppen-Reichweite stieg zwar ganz zart auf 0,17 Millionen und mit ihr der Marktanteil auf 3,6 Prozent – ein klar befriedigendes Ergebnis sieht aber freilich dennoch anders aus. Einen größeren Anteilszuwachs ermöglichte die zweite Stunde des Doppelpacks mit positiveren 4,5 Prozent – dafür langten aber wiedermal begrenzte Erhöhungen auf 0,19 Millionen Jüngere.
Während die RTLZWEI-Familie in der Folgewoche zunächst wieder auf drei Prozent nachließ, plumpste sie am 1. April sogar auf einen wahrlich besorgniserregenden Staffeltiefstwert von nur noch 2,5 Prozent und 0,10 Millionen. Die zweite Episode des Abends ließ ein vollumfängliches Durchatmen im Angesicht 3,0 Zielgruppen-Prozent (0,13 Millionen) dann nicht zu. Ein Blumentopf war übrigens auch am Gesamtmarkt nicht zu gewinnen, wo man bei höchstens 0,49 Millionen zu 2,8 Prozent herumdümpelte.
Zum Finale am 8. April programmierte der Sender schließlich gleich einen Dreierpack. Zumindest dessen erste Stunde konnte ob 4,4 Prozent und 0,20 Millionen tatsächlich zumindest einen moderat versöhnten Abschluss besorgen. In den zwei weiteren Stunden ging es aber sukzessive bergab: Zunächst auf 3,9 Prozent (0,17 Millionen) und letztlich auf 3,6 Prozent (0,11 Millionen) – womöglich ein Zeichen der Übersättigung, das sinnbildlich die Staffel widerspiegelt.

Am Ende sind Durchschnittszahlen von verhaltenen 3,9 Prozent (0,17 Millionen) in der Zielgruppe, wie grottige 2,3 Prozent (0,49 Millionen) gesamt festzuhalten. Bei den 14-49-jährigen verringerte die Dokusoap-Produktion ihre Mittelwerte im Vergleich zur vorigen Staffel weiter – damals kam die Produktion immerhin noch über vier Prozent. Nimmt man die angeschlagenen linearen RTLZWEI-Verhältnisse als Maßstab, sind die erzielten Ergebnisse der aktuellen Wollny-Staffel wohl so eben noch verschmerzbar. Mit Blick auf frühere Hochphasen der Familien-Marke (sieben bis acht Prozent) kann allerdings schon von einer Enttäuschung gesprochen werden – frische Impulse und vielleicht auch eine Mäßigung des Folgenumfangs erscheinen als denkbarer Lösungsansatz.