Die Filmförderungsanstalt sieht positive Entwicklungen auf dem deutschen Kinomarkt. Besonders deutsche Produktionen und ältere Zielgruppen sorgten 2025 für Wachstum. Grundlage der neuen Studie sind Daten von YouGov Shopper.

Die deutschen Kinos konnten sich im Jahr 2025 leicht vom schwächeren Vorjahr erholen. Wie aus der neuen Studie „Kinobesucher*innen 2025“ der Filmförderungsanstalt (FFA) hervorgeht, stiegen sowohl die Ticketverkäufe als auch die Gesamtausgaben. Insgesamt wurden 88,6 Millionen Kinotickets verkauft – ein Plus von vier Prozent gegenüber 2024. Gleichzeitig kletterten die Kinoausgaben auf 921 Millionen Euro, was einem Wachstum von acht Prozent entspricht.
Auch die Zahl der Kinobesucher stieg wieder an. Laut FFA gingen 23,4 Millionen Menschen mindestens einmal ins Kino. Damit lag die Reichweite bei 31 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren. Besonders bemerkenswert: Die Besuchsintensität ging leicht zurück. Während also mehr Menschen wieder ins Kino gingen, besuchten sie die Lichtspielhäuser im Durchschnitt etwas seltener als noch 2024. Die durchschnittliche Besuchsintensität sank von 3,9 auf 3,8 Tickets pro Person.
Vor allem ältere Zielgruppen sorgten für den Aufwärtstrend. Das Durchschnittsalter der Kinobesucher stieg erstmals auf über 40 Jahre und lag 2025 bei 40,6 Jahren. Besonders stark entwickelten sich die Gruppen der 50- bis 59-Jährigen sowie der Menschen über 60 Jahre. Bei den 50- bis 59-Jährigen legten die Ticketkäufe um 18 Prozent zu, bei den über 60-Jährigen betrug das Wachstum 13 Prozent. Dagegen verloren die jüngeren Zielgruppen an Bedeutung. Die Ticketkäufe der 10- bis 19-Jährigen gingen um fünf Prozent zurück, bei den 20- bis 29-Jährigen sogar um sieben Prozent.
Trotzdem bleiben Jugendliche die wichtigste Zielgruppe des Kinos. Die 10- bis 19-Jährigen stellten weiterhin 20 Prozent aller verkauften Tickets. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass das Kino zunehmend auch ältere Menschen zurückgewinnt. Bei den über 60-Jährigen stieg die Reichweite deutlich an. Viele ältere Zuschauer gingen zwar seltener ins Kino als jüngere Zielgruppen, dafür aber wieder häufiger als in den vergangenen Jahren.
Ein wichtiger Wachstumstreiber waren deutsche Produktionen. Die Ausgaben für deutsche Filme stiegen um beeindruckende 50 Prozent auf 232 Millionen Euro. Gleichzeitig verloren US-Produktionen leicht an Bedeutung. Ihre Kinoausgaben gingen um drei Prozent auf 529 Millionen Euro zurück. Auch europäische und andere internationale Produktionen entwickelten sich positiv und erreichten 160 Millionen Euro Umsatz. Besonders erfolgreich war «Das Kanu des Manitu». Der Film dominierte zahlreiche Altersgruppen und war bei Menschen zwischen 20 und 39 Jahren ebenso erfolgreich wie bei den über 50-Jährigen. Nur bei den jüngsten Kinobesuchern lagen andere Produktionen vorne. Dort führte «Ein Minecraft Film» die Statistik an.
Auch beim Ticketkauf zeigen sich Veränderungen. Der Onlineverkauf gewinnt weiter an Bedeutung. Der Anteil der online gekauften Tickets stieg 2025 auf 51 Prozent. Besonders Menschen zwischen 30 und 49 Jahren kaufen ihre Tickets mittlerweile überwiegend digital. Bei den über 60-Jährigen bleibt der klassische Kauf im Kino dagegen weiterhin dominant. Der durchschnittliche Eintrittspreis lag laut FFA bei 10,05 Euro und überschritt damit erstmals die Zehn-Euro-Marke. Rechnet man Verzehr und weitere Ausgaben hinzu, lagen die durchschnittlichen Gesamtausgaben pro Kinobesuch laut YouGov sogar bei 17,71 Euro.
Interessant ist außerdem die Entwicklung beim 3D-Kino. Während klassische 2D-Produktionen nur moderat wuchsen, legten 3D-Filme deutlich stärker zu. Die Ausgaben für 3D-Produktionen stiegen um 34 Prozent auf 99 Millionen Euro. Gleichzeitig erreichten 2D-Filme weiterhin den Großteil des Marktes mit 821 Millionen Euro Umsatz. Die Studie zeigt außerdem, dass das Kino weiterhin stark vom Wochenende lebt. 56 Prozent aller Kinobesuche entfielen auf Freitag, Samstag und Sonntag. Besonders der Samstag bleibt der wichtigste Kinotag. Gleichzeitig gewinnen frühe Vorstellungen an Bedeutung. Vor allem ältere Besucher bevorzugen Nachmittagsvorstellungen deutlich häufiger als jüngere Zielgruppen.