Lisa Kudrow kehrt mit der dritten Staffel von «The Comeback» zurück und erzählt eine bissige Geschichte über künstliche Intelligenz, seelenlose Sitcoms und den kreativen Ausverkauf Hollywoods. Doch zwischen Branchenkritik und Mockumentary verliert die HBO-Serie ausgerechnet das, was sie einst ausgezeichnet hat: ihren Witz.
Michael Patrick King und Lisa Kudrow schreiben und inszenieren seit zwei Jahrzehnten die Serie «The Comeback», die beim amerikanischen Pay-TV-Sender HBO ausgestrahlt wurde. Der frühere Executive Producer von «Sex and the City», der zuletzt auch die besprochene Fortsetzung «And Just Like That…» schrieb, hat sich nach dem Ende der Serie eine neue Herausforderung gesucht. Entstanden sind acht Folgen der Lisa-Kudrow-Serie mit einem zweifelhaften Ergebnis.
Immerhin versuchten King und Kudrow mit der zweiten Staffel, einen anderen Bogen zu spannen: Valeries Shows sind abgesetzt, jetzt soll Paulie G. eine HBO-Serie über Valerie schreiben. Auf Anraten von HBO übernimmt Valerie ihre Rolle in der fiktionalisierten Serie, gleichzeitig engagiert sie ein USC-Team an Studenten, die eine neue Reality-Show drehen sollen. Die Staffel endet mit einem Höhepunkt, denn Valerie gewinnt schließlich einen Emmy als beste Nebendarstellerin in einer Sitcom.
Mary Abrams (Abbi Jacobson) und Josh Abrams (John Early) fungieren knapp die Hälfte der Staffel als KI-Autoren, die sich auf dem Gelände von Warner Bros. in Burbank einnisten und von der Sitcom leben möchten, gleichzeitig diese Arbeit sehr verachten und nebenbei noch an anderen Projekten arbeiten. Immer an Valeries Seite ist Patience (Ella Stiller) als Social-Media-Managerin, die im Grunde zur Serie nichts beiträgt. Spätestens als Jane Benson (Laura Silverman) zurückkehrt, sind die Storys von Patience auserzählt, da Jane selbst eine Dokumentation (oder eine Reality) von der Produktion von „Who’s That?!“ produzieren möchte.
Das Finale der Serie ist wirklich enttäuschend, denn „Who’s That?!“ bekommt eine zweite Staffel. Studioboss Brandon teilt Valerie mit, dass dies eine der durchschnittlichen Serien des Senders werde. Dafür reiche eine KI aus, weitere Serien werde man mit Autoren drehen. Aber die Serie sei eben seicht genug, was für Valerie natürlich ein Schlag in die Magengrube ist. Jedoch kann sie mit Hilfe eines Partners eine neue Sitcom-Hauptrolle übernehmen. Gleichzeitig bleibt Valerie in der seelenlosen Ehe gefangen. Das klingt alles nicht nach einer Comedy-Serie, bei der man brüllend auf dem Sofa sitzt. «The Comeback» konzentriert sich auf eine KI-Geschichte, Witze zu reißen oder komische Situationen zu erzählen, stand nicht im Vordergrund. Das ist sehr schade, denn andere Genre-Vertreter wie The Studio haben beides unter einen Hut gebracht. Die neue Staffel der Lisa-Kudrow-Serie ist eigentlich anstrengend und weniger lustig, auch wenn sie als Mockumentary à la «The Office» funktionieren sollte.