Mit «Real People» prägte John Barbour die Entwicklung des modernen Reality-Fernsehens maßgeblich mit.

Der kanadisch-amerikanische Produzent, Moderator und Autor John Barbour ist bereits am 10. Mai im Alter von 93 Jahren in Las Vegas verstorben. Das bestätigte sein Sohn Christopher Barbour, der als Executive Producer an der Serie «Criminal Minds: Evolution» arbeitet, gegenüber der „New York Times“.
Barbour galt als einer der frühen Wegbereiter des Reality-TV-Genres. Gemeinsam mit Produzent George Schlatter entwickelte er die NBC-Sendung «Real People», die zwischen 1979 und 1984 ausgestrahlt wurde und ungewöhnliche Menschen sowie skurrile Lebensgeschichten porträtierte. Die Reihe zeigte unter anderem Navajo-Code-Sprecher, einen Vampirjäger oder Menschen mit außergewöhnlichen Hobbys und Eigenheiten. Barbour war dabei nicht nur Produzent und Autor, sondern auch Teil des On-Air-Panels.
Die Serie wurde zu einem großen Erfolg und beeinflusste zahlreiche spätere Formate. In der Folge entstanden Sendungen wie «That’s Incredible!» bei ABC oder «Those Amazing Animals». Medienhistoriker sehen «Real People» heute als wichtigen Zwischenschritt zwischen frühen Formaten wie «Candid Camera» und den modernen Reality-Shows der Gegenwart. Die TV-Kritikerin Emily Nussbaum bezeichnete die Reihe in ihrem Buch „Cue the Sun!“ als eine freundlich-konservative Variante des Reality-TV.
Geboren wurde John Barbour am 24. April 1933 in Toronto. Nach schwierigen Familienverhältnissen zog er in den 1950er-Jahren in die USA, arbeitete zunächst in verschiedenen Jobs und machte sich später als Stand-up-Comedian einen Namen. In den 1960er-Jahren schrieb er unter anderem für Sitcoms wie «My Mother the Car» und «Gomer Pyle: USMC». Zudem produzierte er die Dokumentation «Ernie Kovacs: Television’s Original Genius» über den legendären TV-Komiker Ernie Kovacs.