Pfingsten ohne große TV-Andacht: Kirchensendungen schwächeln deutlich

Sowohl Das Erste als auch das ZDF erreichten mit ihren Gottesdiensten und religiösen Formaten am Sonntagvormittag nur überschaubare Reichweiten.

Mit religiösen und gesellschaftlichen Themen wollten die öffentlich-rechtlichen Sender am Pfingstsonntag Akzente setzen – das Interesse des Publikums hielt sich jedoch stark in Grenzen. Besonders schwach verlief der Morgen im ZDF: Die Ausgabe «37° Leben» mit „Kann KI Spiritualität?“ erreichte ab 9.02 Uhr lediglich 0,14 Millionen Zuschauer und katastrophale 3,1 Prozent Marktanteil. Auch in der klassischen Zielgruppe blieb die Dokumentation über KI, Sinnsuche und digitale Spiritualität mit nur 0,02 Millionen jungen Zuschauern sowie 2,9 Prozent Marktanteil klar unter Normalmaß. Dabei griff die Sendung ein hochaktuelles Thema auf. Im Mittelpunkt standen zwei junge Frauen, die künstliche Intelligenz für spirituelle Gespräche, Trost und Reflexion nutzen. Zwischen Meditation, Naturerlebnissen und Chatfenstern stellte die Produktion die Frage, welche Rolle KI inzwischen auch in sehr persönlichen Glaubens- und Sinnfragen spielt. Beim Fernsehpublikum löste dieser Ansatz allerdings kaum Resonanz aus.

Etwas besser lief es anschließend für den «Katholischen Pfingstgottesdienst» aus der Stadtpfarrkirche St. Martin in Kaufbeuren. Die gemeinsam mit dem Osteuropahilfswerk Renovabis gestaltete Übertragung kam auf 0,38 Millionen Zuschauer und 7,3 Prozent Marktanteil. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden allerdings ebenfalls nur schwache 2,1 Prozent erzielt.

Auch Das Erste tat sich am Sonntagvormittag schwer. Der «Evangelische Gottesdienst zum Pfingstsonntag» aus der Bonner Lutherkirche interessierte ab 10.00 Uhr nur 0,36 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil belief sich auf magere 6,7 Prozent. Besonders ernüchternd fiel das Ergebnis bei den jungen Zuschauern aus: Lediglich 0,02 Millionen 14- bis 49-Jährige sorgten für miserable 1,6 Prozent Marktanteil. Unter anderem brachte sich Eckart von Hirschhausen mit einer persönlichen Erzählung in die Übertragung ein.

Noch schlechter lief es danach für das «Benefizkonzert des Bundespräsidenten» aus Stuttgart. Die Open-Air-Veranstaltung mit der SWR Big Band, Max Mutzke, Fola Dada sowie Jakob Manz und Joo Kraus kam ab 11.01 Uhr lediglich auf 0,30 Millionen Zuschauer und enttäuschende 4,8 Prozent Marktanteil. In der Zielgruppe war das Konzert mit praktisch nicht messbaren 0,3 Prozent Marktanteil nahezu unsichtbar.
25.05.2026 08:40 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/172036