Nach der gescheiterten Personalie um Thilo Mischke bekommt das Kulturmagazin «ttt – titel thesen temperamente» nun einen neuen Moderator.

Das ARD-Kulturmagazin
«ttt – titel thesen temperamente» erweitert sein Moderationsteam: Künftig wird Thilo Jahn ausgewählte Ausgaben der traditionsreichen Sendung präsentieren. Seinen ersten Einsatz soll der Journalist am 30. August übernehmen. Die Federführung des Formats liegt seit Sommer 2025 beim Mitteldeutscher Rundfunk. Jahn soll künftig rund ein Drittel der Sendungen moderieren und ergänzt damit Hauptmoderatorin Siham El Maimouni, die weiterhin den Großteil der Ausgaben übernimmt. Der Journalist arbeitete bislang unter anderem für den Westdeutscher Rundfunk, Deutschlandfunk Nova sowie den ARD-Sender ONE. Für seine Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Radiopreis ausgezeichnet.
Jana Cebulla, Federführung «ttt - titel thesen temperamente» für die ARD und Hauptredaktionsleiterin Kultur und Jugend im MDR: "Wir freuen uns sehr über diese neue Verpflichtung. Thilo Jahn bringt genau die Perspektive mit, die wir für die Weiterentwicklung von «ttt» suchen: Er verbindet journalistische Tiefe mit der Fähigkeit, Kultur so zu erzählen, dass sie auch über klassische Formate hinaus ihr Publikum erreicht. Er kennt den Kulturbetrieb und dessen Dynamiken, stellt zugleich die richtigen Fragen - und schafft Nähe zu Themen, die oft als komplex gelten. Diese Kombination aus journalistischer Exzellenz, kultureller Kompetenz und authentischer Präsenz macht ihn zu einer idealen Besetzung für «ttt». Unser besonderer Dank gilt auch allen beteiligten Redaktionen in der ARD für die vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit im Prozess der Entscheidungsfindung.“
Thilo Jahn: "Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe bei «ttt» und empfinde es als große Ehre, Teil dieses traditionsreichen Kulturmagazins zu werden. «ttt» steht seit Jahrzehnten für klugen, differenzierten und relevanten Kulturjournalismus - ein Anspruch, der mich absolut begeistert. Kultur berührt mich in jeder erdenklichen Emotion, die ich gerne teile. Gemeinsam mit Siham El Maimouni möchte ich neue Perspektiven eröffnen, spannende Geschichten erzählen und die Vielfalt von Kultur für alle erlebbar und spürbar machen."
Die Neubesetzung erfolgt nach mehreren turbulenten Monaten rund um das Kulturmagazin. Ende 2024 hatte die ARD zunächst Thilo Mischke als neuen Moderator vorgestellt. Kurz darauf entbrannte allerdings eine heftige Debatte über frühere Äußerungen und Veröffentlichungen des Journalisten. Nach öffentlicher Kritik und internen Gesprächen zog die ARD die Personalentscheidung Anfang Januar wieder zurück.
Zuletzt meldete sich zudem Influencerin und Moderatorin Jule Lobo kritisch zur ARD und den öffentlich-rechtlichen Strukturen zu Wort, da sie mit Mischke einen «ttt»-Podcast moderieren sollte. In ihrem «POV»-Podcast
„Medienschmerzen – Der Niedergang der ARD“ schilderte sie ausführlich ihre Erfahrungen mit öffentlich-rechtlichen Sendern und bezeichnete viele Abläufe als „veraltet“ und „verkrustet“. Gleichzeitig betonte sie aber auch die grundsätzliche Bedeutung öffentlich-rechtlicher Medien in Zeiten von Fake News und gesellschaftlicher Polarisierung. Entscheidungswegen und bezeichnete manche Prozesse innerhalb der Sender sogar als „rotten system“. Besonders scharf kritisierte Lobo Machtstrukturen, fehlende Reformbereitschaft und eine Kultur, in der Entscheidungen oft „nach Gutdünken“ getroffen würden. Gleichzeitig betonte sie jedoch mehrfach, dass sie weiterhin an die grundsätzliche Bedeutung öffentlich-rechtlicher Medien glaube – gerade in Zeiten von Fake News und wachsendem gesellschaftlichem Misstrauen gegenüber klassischen Medien.