SWR widmet der Stuttgarter HipHop-Szene eine große Dokumentation

Mit «0711 – HipHop made in Stuttgart» blickt der SWR auf die Geschichte der „Mutterstadt“ des deutschen HipHops zurück.

Der Südwestrundfunk arbeitet die Geschichte der Stuttgarter HipHop-Szene in einer neuen Dokumentation auf. «0711 – HipHop made in Stuttgart» steht ab dem 11. Juni 2026 in der ARD-Mediathek bereit und wird am 4. Juli um 0.05 Uhr im SWR-Fernsehen ausgestrahlt. Der Film erzählt die Entwicklung der Szene von den frühen Tagen in den Jugendhäusern Mitte und West bis hin zum kommerziellen Erfolg der Kolchose und des 0711-Büros.

Im Mittelpunkt stehen zahlreiche bekannte Künstler der Szene, darunter Max Herre, Michi Beck und Schowi alias Jean-Christoph Ritter. Die Dokumentation beleuchtet die Rolle Stuttgarts als prägende Kraft des deutschen HipHops in den 1990er Jahren. Mit Formationen wie Freundeskreis, Massive Töne und Afrob entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der Rapkultur. Neben der Musik stehen auch die wirtschaftlichen Strukturen im Fokus, die durch das 0711-Büro aufgebaut wurden. Dazu gehörten ein eigenes Label, Booking-Aktivitäten und Großveranstaltungen wie das „MTV HipHop Open“.

Erstmals sprechen Schowi und Johannes Strachwitz in der Dokumentation auch ausführlich über den Betrugsfall, der das damalige 0711-Imperium erschütterte. Nach dem großen Boom Ende der 1990er Jahre sollen die beiden durch ihren Buchhalter um mehr als 400.000 Euro gebracht worden sein. Der Film zeichnet nach, wie sich die Szene nach diesem Einschnitt neu organisierte. Parallel begleitet die Produktion das Jubiläumskonzert „30 Jahre 0711 Family Jam“, das am 23. Mai 2026 auf dem Stuttgarter Schlossplatz im Rahmen des SWR Sommerfestivals stattfindet. Mit dabei sind unter anderem Clueso, Jan Delay, Samy Deluxe, Das Bo und Curse. Ergänzend startet am 22. Mai der Podcast «Mutterstadt 0711 – HipHop Hauptstadt Stuttgart!?!» in ARD Sounds.
18.05.2026 08:45 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/171746