ARD-Filme setzen auf Sozialkritik, Crans-Montana und Coaching-Recherche

Neue Dokumentationen beschäftigen sich mit sozialer Ungleichheit, einer Brandkatastrophe in der Schweiz und manipulativen Coaching-Systemen.

Im Juni erweitert die ARD-Mediathek ihr Dokumentationsangebot um mehrere gesellschaftspolitische Produktionen. Den Anfang macht die «Monitor»-Dokumentation „Arm sollst Du bleiben: Endstation Herkunft“. Der 30-minütige Film steht ab dem 17. Juni in der ARD Mediathek bereit und wird einen Tag später im Ersten um 21.45 Uhr ausgestrahlt. Die Produktion zeigt anhand verschiedener Lebensphasen, wie sich soziale Ungleichheit in Deutschland über Jahrzehnte verfestigt habe. Thematisiert werden unter anderem Bildungschancen, Vermögensverteilung und die Belastung der Sozialsysteme. Laut WDR soll die Dokumentation deutlich machen, wie die wachsende soziale Spaltung zunehmend auch die Demokratie gefährde.

Mit „Crans-Montana: Leben nach der Katastrophe“ folgt Ende Juni eine neue «Weltspiegel Doku». Ausgangspunkt ist ein verheerender Brand in einer Bar im Schweizer Wintersportort Crans-Montana in der Silvesternacht 2025/26, bei dem 41 Menschen starben und mehr als 100 verletzt wurden. Im Mittelpunkt steht eine deutsch-französische Familie, deren zwei Söhne in der Brandnacht vor Ort waren. Während einer der Brüder schwer verletzt wurde und lange im Koma lag, kämpft der andere mit den psychischen Folgen der Ereignisse. Gleichzeitig untersucht die Dokumentation mögliche Versäumnisse beim Brandschutz und die Verantwortung der Betreiber.

Der BR widmet sich zudem mit «Manipulation: Wenn Coaching zur Gefahr wird» der boomenden Coaching-Szene. Die Wissens-Doku begleitet ehemalige Teilnehmer der sogenannten „Liberator Academy“ des österreichischen Life-Coachs Markus Streinz. Die Betroffenen berichten von psychischer Manipulation, sozialer Isolation und Gewalt innerhalb eines sektenähnlichen Systems. Ergänzt werden die persönlichen Erfahrungen durch Einschätzungen von Experten wie Kriminalpsychologin Lydia Benecke und Sektenberaterin Bianca Liebrand. Die Dokumentation soll ab dem 22. Juni in der ARD Mediathek verfügbar sein.
08.05.2026 07:13 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/171575