Die fremd-moderierten Ausgaben laufen weiter stark. Die regulären Joko-Shows lassen aber zunehmend Federn – perspektivisch könnte das zum Dilemma werden.
In die bereits elfte Staffel startete
«Wer stiehlt mir die Show» in der ersten Jahreshälfte 2026, welche weiter am Sonntag beheimatet blieb. Auch wenn die Florida-Produktion einer der wichtigsten Eck-Pfeiler für den Sender bleibt, blieben Höchstwerte aus früheren Staffeln erneut unerreicht. Dies lässt sich vor allem an den verhältnismäßig blassen Werten der regulären Joko-Ausgaben ablesen.
Aus den Startlöchern kam die aktuelle Runde am Sonntag, den 8. März – und das absolut gut. Direkt mal klar erfreuliche 18,9 Prozent durch 0,83 Millionen Interessierte aus der angepeilten Zielgruppe kamen zustande. Meckert man auf hohem Niveau, ist anzumerken, dass man damit jedoch unter 20 Prozent blieb – im März 2025 hatte man an dieser Marke mit 19,8 Prozent (0,97 Millionen) noch stärker geschnuppert. Bei den Älteren fiel die Ausbeute in Anbetracht von 5,6 Prozent (1,22 Millionen) höchstens mittelmäßig aus.

Eine Woche später konnte geschildertes Niveau der 14-49-Jährigen nicht ganz gehalten werden. So schrumpfte die Reichweite dort etwas auf 0,76 Millionen. Den Marktwert drückten jene ebenfalls auf immer noch klar vitale 17,4 Prozent. Am Gesamtmarkt lief es für die von Joko präsentierte Ausgabe hingegen konstant.
Dass bei den 14-49-Jährigen ein stetiger Abwärtstrend eingeleitet war, wurde schließlich sieben Tage darauf überdeutlich. Denn am 22. März 2026 sackte man auf für die Hit-Produktion ungewohnt unauffällige 13,6 Zielgruppen-Prozent durch 0,60 Millionen. Insgesamt rutschte die Produktion derweil unter die Schwelle von einer Millionen Zuschauer – 0,96 Millionen bedeuteten maue 4,5 Prozent. Inhaltlich ist der Grund für den sukzessiven Abstieg schnell gefunden: Joko hostete drei Wochen am Stück, wodurch die Sendung in dieser Zeit recht gleichförmig daherkam.

Ein deutlicher Umschwung trat dann folglich erst ein, als die Woche darauf Till Reiners die Show präsentieren durfte. Seine Moderation ließ die Zielgruppen-Resonanzen deutlich in die Höhe schnellen auf einen vorläufigen Staffelbestwert in Höhe nun wieder standesgemäßer 19,0 Prozent im Anblick von 0,89 Millionen. Bezüglich des Gesamtpublikums brachte er die Sehbeteiligungen zumindest wieder über die Millionen-Marke – 1,30 Millionen zu akzeptablen 5,8 Prozent kamen zustande.
Im Anschluss an die Reiners-Ausgabe trat dann allerdings wieder der Gewöhnungseffekt ein: Am 5. April war es nämlich wieder Joko Winterscheidt, der, wenn auch leicht verspätet, die Sendung anleitete. Bemerkbar machte sich dies unübersehbar in den Zielgruppen-Resultaten, welche auf einen Staffeltiefstwert verhältnismäßig blasser 12,2 Prozent fielen. Die Reichweite der 14-49-Jährigen war zu diesem Zeitpunkt auf 0,50 Millionen abgefallen – hatte sich im Vergleich zur Reiners-Folge also fast halbiert. Richtig mager die Dimension insgesamt: Nur noch dünne 3,6 Prozent anhand 0,77 Millionen blieben übrig.
Doch die Verantwortlichen durften sich zum Staffel-Finale am 12. April berechtigte Hoffnung auf wieder glänzendere Zahlen machen. Denn pünktlich zur abschließenden Folge gelang es Andrea Petkovic, die Moderation zu erobern. Wie sie sich schlug, verfolgten tatsächlich ganz tolle 20,0 Prozent durch 0,91 Millionen – Staffelrekord zum Ende. Gleiches lässt sich auch für das Gesamtpublikum behaupten, welches zu 1,35 Millionen und ordentlichen 6,2 Prozent zuschaute.

In der Abrechnung können für «Wer stiehlt mir die Show» Durchschnittswerte von 16,8 Prozent bei 0,75 Millionen (Zielgruppe) sowie 5,2 Prozent bei 1,13 Millionen (Gesamtzuschauerschaft) aufgeführt werden. Vor allem mit Hinblick auf die Kernzielgruppe der 14-49 sind das weiter richtig gute Zahlen für ProSieben, die deutlich über dem inzwischen weit einstelligen Senderschnitt liegen. Ein Manko ist jedoch der Umstand, dass sich die regulären Joko-Ausgaben, die sich nicht sonderlich voneinander unterscheiden, inzwischen immer schwerer tun. Mit um die zwölf Prozent drosselten sie den Überflieger zwischenzeitlich auf Mindestflughöhe.
Mit zwei Staffeln im Jahr drohen in den nächsten Jahren womöglich weitere Verschleißerscheinungen, die den Hit ggf. zunehmend von der früher regelmäßig erreichten 20-Prozent-Marke entfernen könnten. Mittelfristig wird sich die Florida also vielleicht doch Gedanken machen müssen, wie sie ihr Zugpferd nochmal neu erzählen kann.