FCC ordnet vorgezogene Lizenzprüfung für ABC-Sender an

Die US-Medienaufsicht fordert Disney zur schnellen Verlängerung der Sendelizenzen auf und verweist auf laufende Untersuchungen.

Die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat überraschend angeordnet, dass die acht zum The Walt Disney Company gehörenden ABC-Sender ihre Rundfunklizenzen vorzeitig erneuern müssen. Die Frist läuft bis zum 28. Mai 2026. Normalerweise wären die Lizenzen erst zwischen 2028 und 2031 fällig gewesen, weshalb der Schritt als ungewöhnlich gilt.

Hintergrund ist laut FCC eine laufende Untersuchung gegen ABC und Disney, bei der mögliche Verstöße gegen Vorschriften zur Diskriminierung sowie gegen den Communications Act geprüft werden. Die Behörde begründet die Maßnahme damit, dass eine frühzeitige Lizenzprüfung notwendig sei, um die Einhaltung der „öffentlichen Interessen“ sicherzustellen. Kritiker sehen darin jedoch auch einen politischen Kontext, da die Entscheidung zeitlich mit einer Kontroverse um einen Witz aus «Jimmy Kimmel Live!» zusammenfällt.

Moderator Jimmy Kimmel hatte in seiner Sendung eine satirische Bemerkung über Melania Trump gemacht, die im Umfeld politischer Spannungen für scharfe Reaktionen sorgte. US-Präsident Donald Trump sowie seine Ehefrau kritisierten die Äußerung öffentlich und forderten Konsequenzen. Kurz darauf intensivierte die FCC ihre Maßnahmen gegen die Disney-Tochter. Disney zeigte sich in einer Stellungnahme selbstbewusst und verwies auf die langjährige Einhaltung aller Vorschriften. Man sei überzeugt, dass die eigenen Sender weiterhin alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen und werde dies im entsprechenden Verfahren belegen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, weiterhin den Fokus auf verlässliche Berichterstattung und öffentliche Dienstleistungen für die lokalen Märkte zu legen.
28.04.2026 22:40 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/171234