Norddeutscher Rundfunk stellt Radiospitze neu auf

Zum August 2026 wird die bisherige N-JOY-Programmchefin zur Leiterin eines gemeinsamen Programmbereichs befördert.

Der Norddeutscher Rundfunk treibt seinen Umbau weiter voran und setzt dabei auf eine neue Führungsstruktur im Radiobereich. Zum 1. August 2026 übernimmt Melanie Lidsba die Leitung des künftig gemeinsamen Programmbereichs von NDR 2 und N-JOY. Der Verwaltungsrat stimmte dem Vorschlag von Intendant Hendrik Lünenborg zu. Mit der Bündelung der beiden Angebote will der Sender flexibler auf Veränderungen im Audiomarkt reagieren.

Lidsba folgt bei NDR 2 auf den langjährigen Programmchef Torsten Engel, der in den Ruhestand geht. Die Medienmanagerin ist seit 2020 Programmchefin von N-JOY und war zuvor bereits als Chefin vom Dienst und Redakteurin für die junge Welle tätig. Vor ihrem Wechsel zum NDR arbeitete sie unter anderem bei Hitradio RTL Sachsen. Die Zusammenlegung betrifft zwei reichweitenstarke Angebote: NDR 2 erreicht laut aktueller Media-Analyse werktäglich rund 2,13 Millionen Hörer im Sendegebiet, bundesweit sind es etwa 2,5 Millionen. Neben dem Radioprogramm umfasst der Bereich auch Podcasts wie «Die Paartherapie», Comedy-Formate und Social-Media-Aktivitäten. N-JOY wiederum spricht als junge Marke täglich über eine Million Menschen an und ist ebenfalls stark in digitalen Formaten und Events präsent.

Neben der Neuaufstellung im Radiobereich hat der Norddeutscher Rundfunk auch personelle Veränderungen im Ausland beschlossen. Katharina von Tschurtschenthaler übernimmt zum 1. Januar 2027 die Leitung des ARD-Studios Tokio, während Christoph Kober ab dem 1. September 2026 das Studio in Peking verstärkt. Beide Personalien wurden ebenfalls vom Verwaltungsrat bestätigt und unterstreichen den Anspruch des Senders, seine internationale Berichterstattung strategisch weiterzuentwickeln.

Ilka Steinhausen, NDR Programmdirektorin: “Melanie Lidsba ist eine versierte und leidenschaftliche Radiomacherin – und gleichzeitig eine erfahrene Medienmanagerin, die aus N-JOY eine starke crossmediale Marke gemacht hat. Sie ist fest im Norden verankert und weiß, was die Menschen vom NDR erwarten. All das macht sie zur idealen Nachfolgerin von Torsten Engel, einem der wohl versiertesten und erfolgreichsten Popradio-Vordenker Deutschlands. Ihm danke ich im Namen des ganzen NDR dafür, dass er NDR 2 jahrzehntelang so souverän und hörernah geleitet hat, dass der Sender heute eine Spitzenposition einnimmt.”
27.04.2026 10:02 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/171182