QVC Group startet Sanierung

Der Teleshopping-Konzern will mit einem umfassenden Umbau seine Schulden drastisch reduzieren.

Der US-Handelskonzern QVC Group hat ein weitreichendes Restrukturierungsprogramm angekündigt und dafür ein Verfahren unter Gläubigerschutz eingeleitet. Im Rahmen eines sogenannten Chapter-11-Prozesses in den USA soll die finanzielle Basis des Unternehmens deutlich gestärkt werden. Ziel ist es, die Schulden massiv zu reduzieren und die strategische Neuausrichtung im Bereich Live-Shopping voranzutreiben.

Kern der Maßnahme ist eine Vereinbarung mit einem Großteil der Kreditgeber. Diese sieht vor, die Verbindlichkeiten des Konzerns von rund 6,6 Milliarden US-Dollar auf etwa 1,3 Milliarden US-Dollar zu senken. Parallel dazu soll das Unternehmen künftig als reorganisierte Einheit weitergeführt werden. Die internationale Geschäftstätigkeit, etwa in Europa und Asien, ist von dem Verfahren nicht betroffen und läuft unverändert weiter.

Für Kundinnen und Kunden soll sich durch den Schritt nichts ändern. Die Angebote der Marken QVC, HSN und Cornerstone Brands bleiben auf allen Plattformen verfügbar, von klassischem Fernsehen über Streaming bis hin zu Social-Media-Kanälen. Auch Lieferanten und Partner sollen vollständig bezahlt werden, zudem sind nach Unternehmensangaben keine Entlassungen geplant.

Hintergrund der Neuausrichtung ist ein grundlegender Wandel im Konsumverhalten. Während das klassische Teleshoppinggeschäft durch den Rückgang des linearen Fernsehens unter Druck geraten ist, setzt das Unternehmen verstärkt auf digitale Vertriebskanäle. Mit seiner sogenannten WIN-Strategie will QVC Group insbesondere im Bereich Live-Social-Shopping wachsen und neue Zielgruppen über Plattformen wie Streamingdienste und soziale Netzwerke erreichen.

Nach Angaben von CEO David Rawlinson zeigen erste Maßnahmen bereits Wirkung. So habe man zuletzt insbesondere über Social-Commerce-Angebote neue Kunden gewonnen und die Reichweite ausgebaut. Mit einer verbesserten Kapitalstruktur und zusätzlichen Investitionen in digitale Angebote soll der Konzern nun wieder auf Wachstumskurs gebracht werden.
20.04.2026 12:15 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/170954