«ARD Story: Die Russland-Route» deckt Schlupflöcher bei Sanktionen auf

Die Dokumentation verfolgt den Weg deutscher Technologie bis in russische Waffen – trotz bestehender Handelsbeschränkungen.

Mit «Die Russland-Route – Wie deutsche Waren in Putins Russland landen» zeigt das Das Erste am Mittwoch, 27. Mai 2026, um 22:50 Uhr eine neue investigative Ausgabe der «ARD Story». Der Film von Michael Höft widmet sich der Frage, wie westliche Technologie trotz Sanktionen weiterhin ihren Weg nach Russland findet.

Ausgangspunkt der Recherche ist der Krieg in der Ukraine und die Rolle moderner Waffensysteme. In Kyjiw dokumentiert das Team die Folgen von Drohnenangriffen, insbesondere durch die sogenannte Geran-2, eine in Russland produzierte Variante iranischer Shahed-Drohnen. Beim ukrainischen Militärgeheimdienst erhalten die Journalisten Zugang zu Trümmern abgeschossener Flugkörper – und stoßen dabei auf Bauteile westlicher Herkunft, darunter auch Komponenten deutscher Hersteller.

Die Dokumentation geht der Frage nach, wie diese Teile trotz internationaler Sanktionen in russische Systeme gelangen. Dabei stützen sich die Recherchen auf geleakte russische Zolldaten, die detaillierte Einblicke in Handelsströme geben. Die Spur führt unter anderem nach Kasachstan, das als wichtiger Umschlagplatz fungiert. Aufgrund bestehender Handelsabkommen können europäische Waren dorthin exportiert und anschließend weiter nach Russland geleitet werden.

Gemeinsam mit einem im Exil lebenden russischen Journalisten verfolgt das ARD-Team diese Lieferketten vor Ort. In Lagerhallen in Städten wie Almaty finden sich Produkte „Made in Germany“, die über Zwischenhändler weitervertrieben werden. Offiziell bestreiten Unternehmen direkte Lieferungen nach Russland – doch die Recherchen zeigen ein komplexes System aus Umwegen, das den Handel weiterhin ermöglicht.
19.04.2026 14:54 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/170899