Technischer Dreh- und Angel-Punkt ist die vollständig IP-basierte Infrastruktur mit automatisierten Regieabläufen, Kamerabewegungen, Teleprompter-Systemen und KI-gestützten Audio-Workflows.

Ab Mai sendet ntv aus seinem neuen Studio im Kölner Sendezentrum - das hat der Nachrichtensender der RTL-Gruppe nun auch offiziell bekanntgegeben. Als erstes vollständig automatisiertes Studio von RTL Deutschland sei das Set jederzeit sendebereit, flexibel und gezielt auf die Anforderungen eines 24/7-Newsbetriebs und dynamischer Breaking-News-Lagen ausgelegt.
Gleichzeitig setzt ntv auch gestalterische Veränderungen: Ein intensives Rot prägt künftig das Studio und soll eine noch unmittelbarere visuelle Präsenz erzeugen. Dabei wurde die gesamte Produktionsumgebung grundlegend neu gedacht – von der Architektur über die technischen Systeme bis hin zu redaktionellen Workflows. Entstanden ist ein 230 Quadratmeter großes, frei begehbares Realset, das die gestalterische Linie aller News-Studios im Kölner Sendezentrum fortsetzt und Teil eines einheitlichen Lead-Designs von RTL Deutschland wird.
Die fünf rund 70 Quadratmeter großen LED-Walls bilden die zentrale visuelle Fläche des Studios. Sie sollen nach Intention der Verantwortlichen als digitale Bühne für interaktives Storytelling fungieren. Neue Präsentationsformen, etwa der Einsatz von sogenannten „Wall-Reportern“ für interaktive Erklärgrafiken komplexer Inhalte werden in diesem Kontext als Beispiel genannt.
Das neue Nachrichtenstudio von ntv basiert insgesamt auf einer netzwerkbasierten Infrastruktur. Redaktionelle Inhalte werden über das Newsroom-System „Octopus News“ in Echtzeit in Regieabläufe übersetzt, wodurch manuelle Eingriffe auf ein Minimum reduziert werden. So könne das Studio laut Senderangaben jederzeit unmittelbar auf aktuelle Nachrichtenlagen reagieren und innerhalb kürzester Zeit on air gehen.
Für die Bildgestaltung kommen insgesamt fünf robotische Kamerasysteme zum Einsatz, darunter vier frei bewegliche Kameras sowie eine Railcam auf einer 18 Meter langen Deckenschiene. Durch intelligentes Tracking folgen die Kameras automatisch den Bewegungen der Moderatorinnen und Moderatoren. Die vollständig IP-basierte Infrastruktur mache die Produktionsumgebung skalierbar, und weltweit vernetzbar. Gleichzeitig stärke sie die Live-Fähigkeit des Senders: Ein flexibler Zugriff auf nationale und internationale Quellen sei jederzeit möglich.
Zudem sollen automatisierte Teleprompter-Systeme mit Spracherkennung sowie KI-gestützte Audio-Workflows raumgreifen - davon erhofft sich der Sender vor allem in Breaking-News-Situationen Vorteile. Zusätzlich verfügt das Studio über einen digitalen Zwilling („Digital Twin“), in dem neue Kamerapositionen, Grafiken und Inszenierungen virtuell entwickelt und getestet werden können, unabhängig vom laufenden Sendebetrieb.
Das Studiodesign stammt vom Wiener Design- und Architekturbüro Veech x Veech. Das Büro verantwortete unter anderem auch das neue News-Studio im Sendezentrum in Köln-Deutz, die Heimat von Punkt 12, RTL Aktuell und dem RTL Nachtjournal, das Rooftop-Studio, bekannt aus den NFL-Übertragungen, sowie den Nachrichtenauftritt des RTL/ntv Hauptstadtstudios.