ARD-Doku über Missbrauch an Musikhochschulen

Die «Report Mainz»-Ausgabe «Machtspiel – Missbraucht vom Maestro» deckt strukturellen Machtmissbrauch in der Welt der klassischen Musik auf.

Ein vermeintlicher Traum – und für viele doch ein System aus Abhängigkeit und Angst: «Report Mainz» „Machtspiel – Missbraucht vom Maestro“ rückt die Schattenseiten der klassischen Musikszene in den Fokus. Der Film von Claudia Kaffanke zeigt, wie stark Hierarchien und Machtgefälle den Alltag an deutschen Musikhochschulen prägen und warum gerade junge Talente besonders verletzlich sind.

Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen von Studierenden, die von sexueller, verbaler oder diskriminierender Gewalt berichten. Gerade am Beginn ihrer Laufbahn befinden sich angehende Musikerinnen und Musiker in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Professoren und Dozenten, die über ihre Zukunft entscheiden können. Die Dokumentation zeigt eindrücklich, wie dieses Machtgefälle ausgenutzt wird – und warum es Betroffenen oft schwerfällt, sich gegen Übergriffe zu wehren.

«Report Mainz» macht deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um strukturelle Probleme innerhalb des Systems. Täter bleiben demnach häufig unbehelligt und genießen weiterhin hohes Ansehen in der Branche, während Betroffene durch das Melden von Missständen nicht selten berufliche Nachteile erleiden. Der Film hinterfragt damit auch die Mechanismen, die solche Strukturen begünstigen und schützen. Die Dokumentation liefert somit nicht nur persönliche Einblicke in individuelle Schicksale, sondern stellt grundsätzliche Fragen nach Verantwortung und Reformbedarf.
12.04.2026 11:24 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/170671