«Hab Mut, steh auf»: ARD-Doku fragt nach politischer Rolle der Kirche

Zum Katholikentag in Würzburg beleuchtet Das Erste in der Dokumentation die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche.

Mit der Dokumentation «Hab Mut, steh auf - Wie politisch darf Kirche sein?» widmet sich Das Erste am Sonntag, den 17. Mai 2026, um 13.15 Uhr einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: der politischen Rolle der Kirche in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Der Film von Eckhart Querner und Brigitte Kornberger begleitet den Katholikentag 2026 in Würzburg und greift dessen Leitmotiv auf, das Mut zu Haltung und Engagement einfordert. Dabei stellt die Produktion die zentrale Frage, wie weit kirchliche Institutionen und Gläubige in politische Debatten eingreifen sollten – und wo mögliche Grenzen verlaufen.

Im Mittelpunkt stehen konkrete Beispiele aus dem Alltag: Eine Pfarrgemeinde in Sachsen-Anhalt positioniert sich deutlich gegen Rechtspopulismus und sieht sich daraufhin auch innerkirchlicher Kritik ausgesetzt. Gleichzeitig zeigen Initiativen in der Flüchtlingshilfe, wie gelebte Nächstenliebe schnell in politische Kontroversen geraten kann. Die Dokumentation zeichnet damit ein vielschichtiges Bild von Menschen, die ihren Glauben nicht nur privat leben, sondern aktiv in gesellschaftliches Handeln übersetzen – oft mit Gegenwind.

Darüber hinaus richtet «Hab Mut, steh auf» den Blick auf globale Konflikte und die damit verbundenen moralischen Herausforderungen für Christinnen und Christen. Zwischen pazifistischen Traditionen und der Realität internationaler Krisen wird um eine zeitgemäße Friedensethik gerungen. Der Film zeigt, wie unterschiedlich die Antworten darauf ausfallen – und wie intensiv die Diskussionen innerhalb der Kirche geführt werden.
11.04.2026 08:13 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/170660