Leserbrief zur Kritik an «Die Cooking Academy»: Community widerspricht Quotenurteil

Ein Quotenmeter-Artikel hat Diskussionen ausgelöst, nun meldet sich die Fan-Community der Serie mit einer eigenen Einordnung zu Wort.

Die Kritik an «Die Cooking Academy» hat in den vergangenen Tagen für Gesprächsstoff gesorgt. Insbesondere ein Quotenmeter-Artikel, der die schwachen linearen Einschaltzahlen der ProSieben-Serie in den Fokus rückte, wurde innerhalb der Fan-Community intensiv diskutiert. Nun hat sich die sogenannte DCA-Community mit einem ausführlichen Leserbrief an die Redaktion gewandt – und widerspricht der einseitigen Bewertung deutlich.

Quotenmeter veröffentlicht den Leserbrief im Folgenden im Wortlaut.

Wieso Zahlen nicht alles aussagen: Warum „Die Cooking Academy“ nicht so einfach abzuschreiben ist!

Wenn man sich den aktuellen Quotencheck zu „Die Cooking Academy“ durchliest, könnte man meinen, hier sei eines der größten TV-Desaster der letzten Jahre passiert. Begriffe wie „verbrannte Erde“ oder „Katastrophe“ fallen schnell, und ja: Die linearen Zahlen sind schwach. Das lässt sich nicht schönreden. Trotzdem ist der Artikel dazu kaum tiefer als die reinen Fernsehzahlen.

Genau da beginnt eigentlich das Problem: Die Bewertung hört genau dort auf, wo es interessant wird.

„Die Cooking Academy“ ist keine klassische Vorabendserie, die ausschließlich im linearen Fernsehen funktionieren muss. Ein großer Teil ihres Publikums bewegt sich längst auf Streaming-Plattformen. Und diese Nutzung wird in solchen Analysen schlicht nicht sichtbar. Das heißt nicht automatisch, dass die Serie ein Erfolg ist – aber eben auch nicht, dass sie so eindeutig gescheitert ist, wie es dargestellt wird. Was man dem Format eher vorwerfen kann, ist etwas anderes: fehlendes Marketing.

Es gab kaum wahrnehmbare Social-Media-Präsenz, wenig gezielte Ansprache potenzieller Zuschauer und insgesamt das Gefühl, dass die Serie nie wirklich die Bühne bekommen hat, die sie gebraucht hätte. Auch bei einem offiziellen Instagram-Account der Serie blieb ProSieben nicht länger als zwei Wochen aktiv. Gerade bei einem jüngeren Publikum, das stark digital unterwegs ist, ist das ein entscheidender Faktor, der hier leider nicht erfüllt wurde.

Und trotzdem: Wer sich ein bisschen in der Community umschaut, merkt schnell, dass die Serie nicht einfach verpufft ist. Die Fanbase ist vielleicht nicht riesig, aber sie ist aktiv, vernetzt und erstaunlich engagiert. Da wird diskutiert, analysiert und unterstützt – etwas, das man nicht bekommt, wenn ein Format die Menschen komplett kaltlässt. Und vielleicht ist genau hier der spannendste Punkt: nämlich das Potenzial.

Man hat in den letzten Jahren gesehen, dass deutsche Serien international funktionieren können, etwa mit „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“, das plötzlich weit über den heimischen Markt hinaus Aufmerksamkeit bekommen hat. „Die Cooking Academy“ bringt ähnliche Voraussetzungen mit: klare Figuren, emotionale Konflikte und Themen, die auch international anschlussfähig sind. Umso mehr stellt sich die Frage, ob hier nicht weniger der Inhalt gescheitert ist, sondern die Art, wie man ihn präsentiert hat.

Vielleicht ist „Die Cooking Academy“ also weniger ein gescheitertes Projekt als vielmehr ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Inhalt und Vermarktung nicht zusammenpassen.

Geschrieben von der DCA Community
13.04.2026 12:12 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/170605