Quotencheck: «RONZHEIMER»

Zwar brachte eine zweifelhafte Kontroverse einen vorübergehenden Anstieg, aber von Dauer war diese Bewegung allerdings nicht.

Es war durchaus eine Überraschung, als bekannt wurde, dass BILD-Vize Paul Ronzheimer in der Zukunft auch für Sat.1 tätig sein werde – und zwar für eine Reportage-Reihe «RONZHEIMER - Wie geht's, Deutschland?». Die erste Staffel konnte die Hoffnungen 2024 allerdings nicht erfüllen und lag meistens unter dem eh schon dürftigen Senderschnitt. Machte es eine neue Staffel in diesem Jahr am Dienstag nun besser?

Schaut man auf die entsprechenden Daten der ersten Ausgabe am 24. Februar, lässt sich resümieren, dass dies mit 0,35 Millionen und passablen 8,6 Prozent in der Zielgruppe tatsächlich so ordentlich wie noch nie lief - es waren nicht nur deutliche Steigerungen gegenüber der letzten Folge (vier Prozent), sondern auch der bisherige Bestwert, der den Sender erstmals zufriedenstellen kann. Beim älteren Publikum sah es weitaus weniger dolle aus, hier kamen bloß schmale 3,1 Prozent (0,70 Millionen) zusammen.

Dennoch wies die Ausgabe einen deutlichen Makel auf – und zwar einen inhaltlich journalistischen: Denn geholfen hat dabei wohl auch die Berücksichtigung eines vermeintlich kontroversen Sozialschmarotzers, der mit seinen provokanten Äußerungen zu seiner laissez-fairen Arbeitsverweigerung sicher für ordentlich Gesprächsstoff sorgte, sich allerdings als Lügner entpuppte, der in Wirklichkeit Influencer ist.

Dass diese erhöhte Aufmerksamkeit nicht nachhaltig war, stellte sich dann eine Woche später heraus. Merklich bergab ging es folglich in der Zielgruppe, von der nur noch ganz niedrige 3,7 Prozent erhoben wurden, die die Reihe schmerzhaft wieder auf den harten Boden der Tatsachen katapultierten. Bezeichnend, dass lediglich eine Zielgruppen-Reichweite von überaus mageren 0,15 Millionen übrigblieb. Nicht besser das Bild am Gesamtmarkt, der nur noch katastrophale 2,0 Prozent wegen 0,44 Millionen zeitigte.

In den nächsten zwei Wochen konnte sich die Reportage-Marke schließlich bloß unwesentlich erholen: Sowohl am 10., als auch am 17. März kamen nur Zielgruppen-Anteile in Höhe mangelhafter 4,7 und 4,1 Prozent auf bei maximal 0,17 Millionen Umworbenen – zu wenig für Sat.1-Ansprüche. Auch gesamt ergab sich ein dauerhafter Durchhänger mit lediglich 2,7 und 2,0 Prozent bei mageren Reichweiten von 0,58 sprich 0,43 Millionen.

Das Staffelfinale am 24. März sorgte zwar nochmal für einen moderaten Anstieg auf halbwegs hinnehmbare 6,3 Prozent durch 0,25 Millionen Interessenten zwischen 14 und 49 – eine ausreichende Größenordnung kann dies für die Unterföhringer aber eigentlich nicht wirklich sein. Insgesamt verharrte der Journalist zudem im gewohnt verheerenden Bereich von 2,5 Prozent ob 0,56 Millionen.

Am Ende der Ausstrahlung auf dem neuen Dienstags-Slot standen unter dem Strich schwache 5,5 Prozent (0,21 Millionen) in der Zielgruppe sowie völlig desolate 2,5 Prozent (0,54 Millionen) am Gesamtmarkt. Stellenweise waren die Zahlen bei den jüngeren für «RONZHEIMER» noch deutlich niedrigerer. Andererseits ließen in Abhängigkeit der Themensetzung durchaus auch vereinzelte Ausreißer nach oben beobachten – ob diese allerdings auch ohne populistische Überforcierung zustande kommen, ist ungewiss. Was das für die Zukunft der Reihe bedeutet, muss Sat.1 für sich bewerten.
09.04.2026 12:00 Uhr  •  Mario Thunert Kurz-URL: qmde.de/170573