ZDF-Doku hinterfragt Nachhaltigkeit der Fußball-WM

Das ZDF nimmt die Nachhaltigkeitsversprechen rund um die WM 2026 kritisch unter die Lupe.

Anlässlich der FIFA WM 2026 zeigt das ZDF am Sonntag, den 10. Mai um 15:30 Uhr den Film «Greenwashed? FIFA WM 2026: Grün ist hier nur der Rasen». Die Dokumentation von Svaantje Schröder widmet sich den ökologischen und politischen Fragen rund um die kommende Weltmeisterschaft und ist bereits seit dem 8. Mai zum Streaming verfügbar.

Im Fokus steht die FIFA, die das Turnier 2026 als besonders nachhaltig positionieren möchte. Mit 48 Teams, 104 Spielen und Austragungen in den drei Ländern Mexiko, Kanada und USA wird es die größte Weltmeisterschaft der Geschichte. Doch Umweltreporter Sherif Rizkallah geht der Frage nach, ob die ambitionierten Ziele tatsächlich eingehalten werden können.

Dabei blickt die Dokumentation auch zurück auf frühere Kontroversen, etwa die als „klimaneutral“ deklarierte WM 2022 in Katar, deren Bewertung unter anderem von Gerichten und Institutionen kritisch gesehen wurde. Rizkallah zeichnet ein Gesamtbild der FIFA, das von Korruptionsvorwürfen, politischer Nähe zu autoritären Regimen und fragwürdigen Vergabeverfahren geprägt ist – Aspekte, die Zweifel an den aktuellen Nachhaltigkeitsversprechen nähren.

Ein zentraler Punkt ist zudem die Rolle von Sponsoren wie dem Ölkonzern Saudi Aramco sowie die Frage, wie deren Geschäftsmodelle mit den Nachhaltigkeitszielen der FIFA vereinbar sein sollen. Auf seiner Recherche reist Rizkallah unter anderem nach Zürich und spricht mit dem ehemaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter. Die Doku stellt letztlich die grundlegende Frage, ob eine Fußball-Weltmeisterschaft dieser Größenordnung überhaupt nachhaltig organisiert werden kann – oder ob es sich dabei eher um ein Beispiel für modernes „Greenwashing“ handelt.
04.04.2026 09:38 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/170445