Die ZDF-Doku beleuchtet Gewalt gegen Frauen und zeigt erschütternde Einzelschicksale.

Dem hochaktuellen und bedrückenden Thema „Femizid – Tödlicher Hass auf Frauen“ widmet sich das ZDF-Format
«37°» am Dienstag, dem 5. Mai 2026, um 22.15 Uhr. Die Dokumentation von Enrico Demurray und Angelika Wörthmüller ist bereits ab den frühen Morgenstunden desselben Tages im Streaming abrufbar. Ausgangspunkt sind alarmierende Zahlen: 133 Frauen wurden im Jahr 2024 in Deutschland von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, hinzu kommen 174 versuchte Tötungen. Dennoch werden solche Verbrechen oft noch als „Beziehungstragödien“ verharmlost – ein Begriff, den die Doku bewusst hinterfragt.
Im Zentrum stehen persönliche Geschichten, die das Ausmaß der Gewalt greifbar machen. Ilona (44) überlebt nur knapp einen Messerangriff ihres Partners. Als sie sich von ihm trennen will, eskaliert die Situation: Er greift sie und einen Bekannten brutal an. Ihr Fall zeigt, wie gefährlich Trennungen für Frauen sein können – besonders dann, wenn Männer Kontrolle und Besitzansprüche nicht aufgeben wollen.
Noch drastischer ist das Schicksal von Daniela, die von ihrem Partner in Freiburg ermordet wird, nachdem sie die Beziehung beenden möchte. Ihre Schwester Corina, eine erfolgreiche Mathematikerin, verarbeitet den Verlust und tritt im Gerichtsprozess als Nebenklägerin auf. Für ihren Anwalt ist klar: Es handelt sich um einen Femizid – eine Tat aus Besitzdenken, Wut und verletztem Machtanspruch. Die Dokumentation zeigt, dass solche Taten kein Randphänomen sind, sondern sich durch alle gesellschaftlichen Schichten ziehen. Häufig kündigen Täter ihre Gewalt im Vorfeld an – und dennoch werden Warnsignale nicht immer erkannt oder ernst genommen.