Die zweite Staffel der Paramount-Serie hat neue Höhen und bringt auch einige Tiefen mit. Das Fazit fällt dennoch sehr gut aus.
Auch in der zweiten Staffel ist Tommy Norris für die Firma M-Tex in Texas unterwegs und sorgt mit seinen verschiedenen Crews dafür, dass die Ölbohrungen gewartet und verwaltet werden. Das Unternehmen, in dem er arbeitet, ist seit dem Start der neuen Staffel führungslos. Tommy (Billy Bob Thornton) muss ohne seinen Chef Monty Miller (Jon Hamm) auskommen. Montys Witwe Cami (Demi Moore) eröffnet die neue Staffel mit einer Hiobsbotschaft für die vielen Anleger: Das Geschäft ist intakt und wird auch weiterhin fortgeführt.
Das Hauptaugenmerk der neuen Staffel liegt zunächst auf Tommys Sohn Cooper (Jacob Lofland), der bei Probebohrungen auf den von ihm erworbenen Pachtflächen einen vollen Erfolg einfährt. Mit 500 Barrel pro Tag könnte er einen jährlichen Millionenumsatz erzielen, jedoch gibt es vertragliche Probleme, die sein Vater lösen muss. Doch daraus wird zunächst nichts, denn ein anderes juristisches Problem erfordert volle Aufmerksamkeit: M-Tex wird von einer Versicherung verklagt, die dem Unternehmen vorwirft, eine Entschädigung in Höhe von 420 Millionen Dollar veruntreut zu haben, nachdem eine Bohrinsel vor der Küste Louisianas durch einen Hurrikan beschädigt wurde. Rebecca Falcone (Kayla Wallace), mittlerweile Unternehmensjuristin, verhandelt mit M-Tex über den Bau einer neuen Bohrinsel.
Obwohl die Serie «Landman» eigentlich einer klaren Linie folgt, macht sich der Vibe des New Western bemerkbar: Die Serie strauchelt immer wieder seitlich. So gibt es beispielsweise einen Schwefelwasserstoffaustritt bei einer stillgelegten Förderanlage, der mehrere Jäger tötet – dieses Problem wird jedoch in der weiteren Staffel kaum noch aufgegriffen. Die Familiengeschichte um Tommys Mutter nimmt genau drei Episoden Raum ein, danach ist auch dieser Handlungsstrang abgeschlossen. So wird in der vierten Folge noch die Geschichte des plötzlichen Kindstods von Tommys Schwester eingeflochten. Nebenbei lernt Rebecca den charmanten Charlie kennen, mit dem sie widerrechtlich ein Verhältnis eingeht. Doch weil alle erstaunlich gelassen reagieren, interessiert es letztlich niemanden, dass sie gegen die Firmenpolitik verstoßen hat.
Im Staffelfinale lehnt Tommy ein Jobangebot seines Konkurrenten Bob Knowles ab und trifft sich widerwillig mit Gallino. Er überzeugt ihn, den ursprünglichen Vertrag mit Cooper für die neuen Ölquellen wiederzubeleben, der deutlich erfolgversprechender ist als das Gasprojekt, und warnt ihn vor Camis Unerfahrenheit sowie den beträchtlichen Schulden von M-Tex. In einer beinahe rührseligen Schlussszene werden nahezu alle Figuren zu einer Feier zusammengeführt. Die Serie endet mit einem schönen Bild, doch das ist noch nicht das Ende des Formats: Paramount hat bereits eine dritte Staffel bei Serienschöpfer Taylor Sheridan bestellt, die derzeit von ihm geschrieben wird.