In der Nacht zum Donnerstag sendet das ZDF eine vierteilige Dokumentationsreihe über den Aufstieg und den dramatischen Untergang des Atomkraftwerks Tschernobyl.

Das ZDF widmet sich in der Nacht zum Donnerstag, 23. April 2026, ausführlich der Geschichte der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Ab 00.50 Uhr zeigt der Sender die vierteilige Reihe
«Tschernobyl – Die Katastrophe», die ursprünglich 2023 produziert wurde. Die Dokumentation von Dirk Schneider und Ariane Riecker zeichnet die Ereignisse rund um das Atomkraftwerk nach – von den ehrgeizigen Anfängen bis zu den politischen und menschlichen Folgen der Explosion im April 1986.
Den Auftakt bildet die Episode „Paradies“, die die Entstehung des sowjetischen Prestigeprojekts schildert. In den 1970er-Jahren entsteht im Norden der Ukraine das Atomkraftwerk Tschernobyl – ausgestattet mit dem leistungsstarken, aber schwer kontrollierbaren Reaktortyp RBMK. Parallel dazu wächst die neu geplante Stadt Prypjat, die als moderne Wohnstadt für Ingenieure und ihre Familien gedacht ist. Zeitzeugen berichten von einer scheinbar idealen Zukunft, die auf dem Glauben an den Fortschritt der Atomenergie beruhte.
Die zweite Folge „Unfall“ rekonstruiert anschließend die Nacht des 26. April 1986. Ein Sicherheitstest endet im Desaster: Reaktorblock 4 explodiert gegen 1.23 Uhr. Augenzeugen wie der damalige Atomingenieur Boris Stolyarchuk schildern die dramatischen Stunden nach der Explosion, während Ärzte und Rettungskräfte mit den ersten Opfern der Strahlenkatastrophe kämpfen. Gleichzeitig beginnt das sowjetische System, Informationen über das Ausmaß des Unglücks zu unterdrücken.
In der dritten Episode „Lügen“ rückt die politische Dimension in den Mittelpunkt. Obwohl radioaktive Wolken bereits über Europa gemessen werden, schweigt die sowjetische Führung zunächst weiter. Erst 36 Stunden nach der Explosion wird die Stadt Prypjat evakuiert. Währenddessen versuchen Arbeiter, Soldaten und Piloten unter lebensgefährlichen Bedingungen, die Folgen des offenen Reaktors einzudämmen.
Die abschließende Folge „Vermächtnis“ beleuchtet die langfristigen Folgen der Katastrophe. Mehr als 130.000 Menschen verlieren ihre Heimat, als eine Sperrzone rund um das Kraftwerk eingerichtet wird. Gleichzeitig ringen Wissenschaftler darum, die tatsächlichen Ursachen des Unglücks aufzuklären – gegen den Widerstand eines Systems, das technische Fehler lange vertuschen will. Erst Jahre später werden die Schwächen des sowjetischen RBMK-Reaktors öffentlich thematisiert.