«Tage mit Naadirah»: ARD zeigt nächtliches Melodram im "ARD Debüt"

Hinter dem Werk steckt Josephine Frydetzki, der damit Christoph Humnig und Kenda Hmeidan vor die Kamera holte.

In der Nacht zum 13. April sendet Das Erste um 00.25 Uhr im Rahmen von „ARD Debüt“ das Drama «Tage mit Naadirah», das bereits ab dem 11. April in der ARD Mediathek verfügbar ist. Mit «Tage mit Naadirah» präsentiert Das Erste einen 93-minütigen Spielfilm aus dem Jahr 2023, inszeniert von Josephine Frydetzki, die gemeinsam mit Gisela Wehrl auch das Drehbuch verfasste. Im Mittelpunkt steht Daniel (Christoph Humnig), ein desillusionierter Fahrer für wohlhabende Medizintouristen, der sich zwischen familiären Verpflichtungen und einer unerwarteten Begegnung neu verorten muss. Als eine einflussreiche Familie aus Katar für eine Herzoperation des Patriarchen nach Deutschland reist, wird Daniel der jungen Naadirah (Kenda Hmeidan) als Chauffeur zugeteilt – eine Begegnung, die sein Leben ins Wanken bringt.

Naadirah, gebildet und selbstbewusst, hinterfragt Daniels Lebensentwurf und bringt ihn dazu, seine verlorenen Ideale zu reflektieren. Während Daniel mit seiner Partnerin Jenny (Katharina Bach) und deren Sohn ein bürgerliches Glück anstrebt, gerät er zunehmend in eine innere Krise. Als Naadirah eines Nachts verschwindet und Daniel sie finden soll, verdichtet sich das leise Melodram zu einer existenziellen Suche – nach einer Frau, aber auch nach sich selbst.

Der Film verhandelt dabei mehr als eine verbotene Annäherung. Themen wie Kapitalismus, patriarchale Strukturen und kulturelle Prägungen schwingen ebenso mit wie Fragen nach individueller Freiheit und Selbstverwirklichung. Die Bildgestaltung von Conrad Lobst zeichnet eine kühle, urbane Welt, während Fabian Langs Musik die melancholische Grundstimmung unterstreicht. In den Nebenrollen sind unter anderem Christian Kuchenbuch, Mehmet Yilmaz und Kinan Hmeidan zu sehen.
16.03.2026 08:36 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/169809