3sat mit Doku über Hanau-Attentat

Aus Ausländerhass tötete ein Rechtsextremist in Hanau neun Opfer.

Im Februar 2020 tötete ein Rechtsextremist an zwei Tatorten in Hanau neun junge Menschen, weil er sie als nicht deutsch einstufte. Der Filmemacher Marcin Wierzchowski hat Angehörige der Opfer sowie Überlebende bei ihrem Kampf um Aufklärung über vier Jahre begleitet. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus am 21. März zeigt 3sat den Dokumentarfilm «Das Deutsche Volk» ab Mittwoch, 18. März 2026, 6.00 Uhr, in der 3satMediathek und am selben Tag um 20.15 Uhr im Programm.

Die dokumentarische Langzeitbeobachtung beginnt am Tag nach den Morden. In Schwarz-Weiß-Bildern schildert sie das Geschehen aus der Perspektive der Hinterbliebenen und Überlebenden und begleitet sie durch verschiedene Phasen der Trauer und Verarbeitung. Vermutlich hatte ein verschlossener Notausgang an einem der Tatorte die Flucht mehrerer Opfer verhindert, und der Notruf war in der Tatnacht nicht durchgängig erreichbar gewesen.

Die Angehörigen selbst haben die Mängel aufgedeckt und öffentlich gemacht. Gemeinsam mit der Recherchegruppe "Forensic Architecture" konnten sie die Nacht des Anschlags rekonstruieren – und sie fordern Konsequenzen. Übergeordnet will der Film den Kampf um juristische Aufklärung und eine angemessene Erinnerungskultur zeigen. Dabei spielen laut Senderangaben auch struktureller Rassismus eine Rolle, der unsere Einwanderungsgesellschaft bis heute präge.
12.03.2026 11:43 Uhr  •  Mario Thunert Kurz-URL: qmde.de/169743