«Thunerts Thema»: CBS im News-Umbruch – Wie steht Dokoupil zur Trump-Regierung?

Chefredakteurin Bari Weiss installierte Tony Dokoupil als neuen Anchor der «Evening News» – Podcast-Gast Nina Rehfeld berichtet aus Arizona, ob die traditionsreiche Nachrichtensendung in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll.

Für einen historischen Knall sorgte sie, die kürzlich erfolgte Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount. Eigentlich wollte Netflix den Produktionsriesen übernehmen, doch Paramount-Boss David Ellison fuhr derart schwere (finanzielle) Geschütze auf, dass der Streamer klein beigab. Unter den Nagel reißen wollte sich der Oracle-Sohn den Traditions-Konzern wohl nicht nur zur Erhöhung seines Film-Kontingents, sondern auch zur Steigerung seiner Nachrichtenmacht – schließlich gehört CNN ebenfalls zur Kaufmasse.

Was mit dem News-Channel in Zukunft passieren könnte, zeigt der Blick auf einen anderen von Paramount übernommenen Sender: CBS. Dort installierte die Ellison-Familie die ihnen (auch politisch) nahestehende Journalistin Bari Weiss als Chefredakteurin der Nachrichtenredaktion – sie kennzeichnete sich in der Vergangenheit vor allem durch eine kompromisslose Pro-Israelische Haltung mit rigoroser Unterbindung israel-kritischer Aspekte.

Weiss war es auch, die Anfang 2026 eine Umbesetzung des Primetime-Nachrichten-Flaggschiffs «CBS Evening News» vornahm. Als neuen Anchorman setzte sie Tony Dokoupil ein, den die Chefredakteurin von den Morning News in die Hauptsendung am Abend beförderte. Doch welcher Linie folgt die Besetzung Dokoupils, und wohin soll sie führen?

Darüber gesprochen hat Quotenmeter-Redakteur und Moderator Mario Thunert mit "FAZ"-Autorin Nina Rehfeld (Bild oben links). Sie ist als Journalistin vor Ort in den USA und hat zum Thema mehrere Artikel verfasst. Bezug nimmt einer ihrer Beiträge zum einen auf Dokoupils populistisch anbiedernde Publikumsansprache, die den Bürgern verspricht, endlich ernst genommen zu werden (im Gegensatz zu den scheinbar blinden anderen Medien). Zum anderen macht Rehfeld aber auch eine zum Teil servil unkritische Haltung aus, die Trump nicht zu sehr angreift und seine Minister Hegseth und Rubio idealisiert.

Im Podcast-Gespräch zeichnet die "FAZ"-Autorin aber ein durchaus ambivalentes Bild von Dokoupil, der im Laufe seiner ersten zwei Monate punktuell auch kritischere Töne gegenüber Donald Trump durchklingen ließ. Auch hinter dem Einfluss von Bari Weiss stehen laut Rehfeld einige Fragezeichen. So soll die Chefredakteurin selbst unzufrieden mit Trumps Politik sein, aber dennoch die Ausstrahlung eines regierungskritischen Beitrags verzögert haben, der zeigte, wie aus den USA abgeschobene venezolanische Asylanten im salvadorianischen Gefängnis CECOT gefoltert werden (inzwischen wurde dieser Bericht gesendet). Undurchsichtig erscheint ihre Rolle ebenfalls bezüglich des inzwischen geschassten CBS-Medizin-Experten Peter Attia, der in den Epstein-Files auftauchte. Ihn wollte sie zunächst nicht entlassen, um sich angeblich nicht dem Meinungsmob zu beugen.

Hinweis: Die Folge wurde vor der Warner-Übernahme durch Paramount am 23. Februar 2026 aufgezeichnet.

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Hier der kostenlose Download der Dokoupil-Folge
04.03.2026 11:46 Uhr  •  Mario Thunert Kurz-URL: qmde.de/169466