«Echtes Leben» fragt nach dem Platz der Trauer

Die NDR-Dokumentation «Wohin mit meiner Trauer?» begleitet Filmemacherin Anja Umland auf einer sehr persönlichen Suche nach Halt und Antworten.

Am Dienstag, 31. März, um 23:35 Uhr zeigt Das Erste im Rahmen von «Echtes Leben» den Film «Wohin mit meiner Trauer?» von Anja Umland. Ausgangspunkt ist der plötzliche Tod ihrer Mutter, die mit nur 55 Jahren stirbt. Für Umland war sie nicht nur Mutter, sondern engste Vertraute und beste Freundin. Der Verlust reißt eine Lücke, auf die sie nicht vorbereitet war. „Ich dachte, ich würde nie wieder lachen können“, sagt sie im Film – und beschreibt damit einen Zustand, der alles infrage stellt: Prioritäten, Beziehungen und das eigene Selbstbild.

Die Dokumentation geht der Frage nach, welchen Platz Trauer in unserer Gesellschaft hat – und warum viele Menschen sich auf sie so unvorbereitet fühlen. Umland trifft Menschen, die ganz unterschiedliche Wege im Umgang mit Verlust gefunden haben. Mit dem Benediktinermönch Anselm Grün spricht sie über die Kraft von Ritualen als Halt in Zeiten existenzieller Erschütterung. Rituale begegnen ihr auch beim „Día de los Muertos“ in Berlin, wo Trauer sichtbar gelebt und gemeinschaftlich erinnert wird.

Besonders eindrücklich ist der Blick in die eigene Familie. Während Anja offen über ihre Gefühle spricht, geht ihr Vater deutlich zurückhaltender mit dem Tod seiner Frau um. Erst nach Jahren nähern sich Vater und Tochter wieder an – ein Prozess, den der Film sensibel begleitet. Auch gegenüber ihren eigenen Kindern entscheidet sich Umland für einen offenen Umgang mit der Trauer, entgegen der oft gehörten Empfehlung, Gefühle vor dem Nachwuchs zu verbergen.
02.03.2026 08:31 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/169394