Trotz Debatte um Karl May: ZDF setzt an Ostern auf die komplette «Winnetou»-Trilogie

Kaum eine deutsche Filmreihe steht so sehr zwischen Nostalgie und kulturpolitischer Diskussion wie «Winnetou».

Zwischen Nostalgie und neuerlicher Debatte um kulturelle Darstellung kehrt ein Stück bundesdeutscher Filmgeschichte ins Feiertagsprogramm zurück: Das ZDF zeigt an Ostern alle drei Teile der legendären «Winnetou»-Reihe. Trotz der Diskussionen der vergangenen Jahre um Stereotype und den Umgang mit Karl Mays Figuren setzt der Sender damit bewusst auf das Traditionskino der 1960er-Jahre.

Den Auftakt bildet «Winnetou 1. Teil» am Freitag, 3. April 2026, um 11.35 Uhr. Der Film aus dem Jahr 1963, inszeniert von Harald Reinl, erzählt vom Konflikt um den Bau einer Eisenbahntrasse durch das Land der Apachen und von der berühmten Blutsbrüderschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand. Pierre Brice als edler Apachenhäuptling und Lex Barker als Old Shatterhand prägten das Bild der Figuren über Jahrzehnte hinweg, während Mario Adorf als Santer den Gegenspieler verkörpert.

Am Ostersonntag, 5. April, folgt um 10.15 Uhr «Winnetou 2. Teil», in dem der Apachenhäuptling versucht, einen dauerhaften Frieden zwischen indigenen Stämmen und Weißen zu erreichen. Neben Brice und Barker sind unter anderem Karin Dor und Klaus Kinski zu sehen. Produzent Horst Wendlandt und Komponist Martin Böttcher sorgten erneut für den charakteristischen Klang und die epische Anmutung der Reihe.

Den Abschluss bildet «Winnetou 3. Teil» am Ostermontag, 6. April, um 11.00 Uhr. Der Film aus dem Jahr 1965 schlägt einen ernsteren Ton an: Landraub, wirtschaftliche Interessen und zunehmende Spannungen zwischen Siedlern und Stämmen führen zu einem tragischen Finale. Damit setzte Reinl seiner Western-Trilogie einen Abschluss, der bis heute als emotionaler Höhepunkt der Reihe gilt.

Alle drei Filme stehen jeweils zeitlich befristet auch im Streamingangebot des Senders bereit. Mit der gebündelten Ausstrahlung an den Feiertagen bringt das ZDF nicht nur Kultfiguren zurück auf den Bildschirm, sondern entfacht zugleich eine erneute Auseinandersetzung mit einem Werk, das gleichermaßen Teil der deutschen Popkultur wie Gegenstand zeitgenössischer Kritik ist.
28.02.2026 09:19 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/169379