Ob darin ein differenziertes Bild aufgemacht wird, darf der Senderbeschreibung zufolge allerdings bezweifelt werden - im März können Interessierte dies aber selbst beurteilen.

Der Kölner TV-Sender VOX hat eine Dokumentation über den Schlagersänger Heino angekündigt: Heino (87), bürgerlich Heinz Georg Kramm, soll darin auf seine fast 70-jährige Karriere zurückblicken. Denn die Wenigsten kennen die Geschichte hinter der Kunstfigur. Laufen wird das Ganze unter dem Titel
«Heino - Karamba, Karacho, Kult!», ab Dienstag, den 31. März um 20:15 Uhr. Insgesamt sind vier Folgen entstanden. Die erste ist bereits ab dem 13. März auf RTL+ verfügbar. Ab 24. März stehen auch die Folgen 2-4 zum Abruf bereit.
Heino hat in seinem Leben über 55 Millionen Tonträger verkauft. Ob Schlager, Pop, Heavy Metal, Ballermann, Rap oder Klassik - kein Genre blieb ihm fremd. Er tritt bis heute bei großen Festivals, wie dem Parookaville vor 40.000 Menschen genauso auf, wie im klassischen Kirchenkonzert in der Dresdner Kreuzkirche oder im Bierkönig auf Mallorca. Der 87-Jährige ist auch aktuell weiter aktiv.
Viele Prominente wie Schauspieler Dieter Hallervorden, Linken-Politiker Gregor Gysi, Schlagersänger Peter Orloff oder “Queen of Metal” Doro Pesch, aber auch BILD-Reporter Mark Pittelkau, Familienmitglieder wie Heinos Schwester Hannelore Hofmann oder der langjährige Manager und Freund Helmut Werner und seine Frau Nicole kommen zu Wort. Seit nunmehr fünf Jahren begleitet VOX den Künstler Heino mit der Kamera. VOX war unter anderem in New York, Paris, Mallorca, Rom, Kitzbühel, Düsseldorf, Dresden und Bad Oeynhausen unterwegs, dazu kommen Privatvideos aus Heinos und Helmut Werners Familienarchiv.
Abseits der idealisierenden Senderbeschreibung ist der Vollständigkeit halber zu erwähnen, dass der Sänger in den letzten Jahren immer wieder auch für Kritik mit teils rechtspopulistischen Äußerungen sorgte. 2024 beispielsweise gab er öffentlich zu verstehen, dass Deutschland einen wie Donald Trump brauche, damit dieser „endlich aufräume“ und sich nicht um die Meinung seiner Gegner schere. Heino sprach außerdem davon, dass „man sich in Deutschland nicht mehr auf die Straße traut und Angst haben muss, abgestochen zu werden“ - dies brachte er in Zusammenhang mit Abschiebungsthematiken.
Darüber hinaus destilliert sein Manager Feindbilder gegen den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk: "Viele Kollegen sprechen Heino darauf an und sagen, dass sie so denken wie er, aber sich nicht erlauben könnten, das auszusprechen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk würde sie sonst canceln", behauptet Werner. "Die haben sich alle vom linken Mainstream abhängig gemacht. Wir eben nicht. Wir sind unabhängig." Weiter sagte der Manager einem ntv-Artikel zufolge : "Für Heino sind die Linken und 'Woken' irrelevant, die spielen keine Rolle für uns." So werde Heino auch weiterhin ein Volkslied singen, das einen Begriff im Titel trägt, den Angehörige der Roma und Sinti als diskriminierend empfinden.
Wie Zuschauende den Sänger für sich bewerten, können sie bald aber selbst entscheiden.