Dyn trennt Technik von Abo

Mit der Aufspaltung in zwei Gesellschaften stellt sich Dyn organisatorisch neu auf – doch die Struktur wirft auch wirtschaftliche Fragen auf.

Drei Jahre nach dem Markteintritt entwickelt Dyn Media seine Unternehmensstruktur weiter und operiert künftig über zwei Schwestergesellschaften: die Dyn Sport GmbH und die Dyn Media GmbH. Offiziell dient die Neuordnung einer klareren Fokussierung der Geschäftsbereiche – einerseits das Endkundengeschäft rund um das Streaming-Angebot, andererseits Plattformbetrieb, Technologie und Content-Produktion für Drittpartner.

Künftig verantwortet die Dyn Sport GmbH das B2C-Geschäft – also Rechteerwerb, Markenführung, Vermarktung und Abonnentenbetreuung. Die Dyn Media GmbH bündelt hingegen Plattformtechnologie, Sendebetrieb, Produktionsinfrastruktur und die Entwicklung von Lösungen für Ligen, Verbände und Marken. Strategisch klingt das sauber getrennt – wirtschaftlich eröffnet es aber auch interessante Perspektiven.

Denn Streaming-Plattformen sind kapitalintensive Konstrukte mit hohen Rechtekosten und stark schwankenden Abozahlen. Sollte das Endkundengeschäft – also die Dyn Sport GmbH – wirtschaftlich unter Druck geraten, bliebe die Technologie- und Produktionsgesellschaft als eigenständige Einheit bestehen. Dort liegen Plattform-Know-how, Produktionskapazitäten und technische Infrastruktur – also Assets, die auch unabhängig vom eigenen Streamingdienst vermarktbar sind.

Offiziell begründet Dyn den Schritt mit Markttrends: Fan-Engagement, technologische Innovation und steigende Nachfrage externer Partnerlösungen. Tatsächlich ist der B2B-Bereich für viele Streaminganbieter ein attraktives Zusatzgeschäft – mit stabileren Margen und geringerer Volatilität als das Rechte- und Abogeschäft. Beispielhaft wird auf die Zusammenarbeit mit der ICON League verwiesen, die als erster Lizenznehmer des Dyn Media Content Desks fungiert. Das deutet darauf hin, dass Dyn seine Produktions- und Distributionskompetenz zunehmend als Dienstleistung anbietet. In einem Markt, in dem Sportrechte immer teurer werden und Plattformkonkurrenz zunimmt, kann das eine sinnvolle Diversifikation darstellen.

Interessant ist, dass beide Gesellschaften unter identischer Geschäftsführung stehen: Andreas Heyden (CEO), Marcel Wontorra (COO) und Max Ehrhardt (Chief Revenue & Marketing Officer) steuern beide Einheiten. Christian Seifert wechselt in die Rolle des Executive Chairman. Auch der Gesellschafterkreis – unter anderem mit Beteiligungen der DFL Deutsche Fußball Liga und Axel Springer SE – bleibt unverändert.
20.02.2026 10:57 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/169195