HBO zeigt «Fukushima: A Nuclear Nightmare» zum 15. Jahrestag
Der Dokumentarfilm rekonstruiert die dramatischen Tage nach dem Reaktorunglück von 2011 und gibt den Beteiligten erstmals ausführlich eine Stimme.
Der neue HBO-Dokumentarfilm «Fukushima: A Nuclear Nightmare» rekonstruiert die dramatischen Ereignisse rund um die Reaktorkatastrophe von Fukushima und feiert am Dienstag, 10. März, seine Premiere auf HBO. Parallel steht die Produktion beim US-Streamingdienst HBO Max abrufbar bereit. Die Ausstrahlung erfolgt anlässlich des 15. Jahrestags der Katastrophe.
Im März 2011 erschütterte ein Seebeben der Stärke 9,0 – das stärkste jemals in Japan gemessene – die Nordostküste des Landes. Der darauffolgende Tsunami forderte rund 20.000 Todesopfer und zerstörte ganze Städte. Doch während die Welt auf die Verwüstungen blickte, drohte im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi eine noch größere Katastrophe: Die Flutwelle legte die Kühlsysteme von drei Reaktoren lahm, Wasserstoffexplosionen erschütterten die Anlage, die Strahlungswerte stiegen dramatisch. Zeitweise stand sogar eine Evakuierung Tokios mit seinen rund 35 Millionen Einwohnern im Raum.
Der Film zeichnet die neun entscheidenden Tage nach dem Unglück in nahezu forensischer Echtzeit nach – von den Ingenieuren im Kontrollraum, die unter extremem Druck versuchten, eine vollständige Kernschmelze zu verhindern, bis hin zu politischen Entscheidungsträgern, die mit Szenarien von historischer Tragweite konfrontiert waren. Im Zentrum stehen jene Arbeiter, die später als „Fukushima 50“ bekannt wurden. Unter dem damaligen Premierminister Naoto Kan nahmen sie Einsätze in den beschädigten Reaktoren auf sich – in dem Bewusstsein, dass sie ihr Leben riskieren könnten.
Erstmals schildern nun mehrere Beteiligte öffentlich ihre persönlichen Erlebnisse, darunter der damalige Kontrollraumleiter Ikuo Izawa. Ergänzt werden ihre Aussagen durch Interviews mit Regierungsberatern, amerikanischen Experten, TEPCO-Vertretern, Journalisten und Einsatzkräften. Regie führte James Jones, der bereits mit «Chernobyl: The Lost Tapes» für HBO arbeitete; Co-Regie übernahm Megumi Inman. Produziert wurde der Film von Blast Films in Zusammenarbeit mit Dogwoof.