Stephen Colbert wirft CBS Zensur vor

Der Moderator von «The Late Show with Stephen Colbert» erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen eigenen Sender und spricht von vorauseilendem Gehorsam gegenüber der US-Medienaufsicht.

Stephen Colbert hat in seiner Montagsausgabe von «The Late Show with Stephen Colbert» öffentlich gemacht, dass Anwälte von CBS ihm untersagt hätten, ein aufgezeichnetes Interview mit dem texanischen Abgeordneten James Talarico auszustrahlen. Talarico kandidiert für den US-Senat und genau darin liege laut Sender das Problem: Man fürchte Konflikte mit der sogenannten „Equal Time“-Regel der US-Kommunikationsbehörde FCC, die konkurrierenden Kandidaten gleichwertige Sendezeit garantieren soll.

Colbert erklärte seinem Publikum, Talkshows hätten traditionell eine Ausnahmegenehmigung von dieser Regel, insbesondere bei Nachrichten- und Interviewformaten. FCC-Vorsitzender Brendan Carr habe jedoch in einem Schreiben angedeutet, diese Ausnahme könne künftig nicht mehr für Formate gelten, die „parteiisch motiviert“ seien. Colbert griff Carr scharf an und warf ihm selbst politische Motivation vor. Entscheidend sei jedoch: Die Ausnahme sei bislang gar nicht offiziell abgeschafft worden. CBS handle also proaktiv, als sei dies bereits geschehen.

Der Moderator sagte weiter, die Senderjuristen hätten das Team „in unmissverständlichen Worten“ angewiesen, das Interview nicht zu senden und ihm zudem untersagt, darüber im Fernsehen zu sprechen. Genau das tat Colbert dann dennoch. Das Gespräch mit Talarico werde nun nicht im linearen CBS-Programm laufen, sondern nach der Sendung auf dem YouTube-Kanal der Show veröffentlicht. Allerdings dürfe er weder einen Link noch einen QR-Code dazu im Fernsehen zeigen.
18.02.2026 00:30 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/169063