WBD setzt Netflix-Fusion auf die Agenda – Paramount Skydance bekommt letzte Chance

Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery empfiehlt einstimmig die Fusion mit Netflix und prüft zugleich ein mögliches „best and final offer“ von Paramount Skydance.

Die milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix geht in die entscheidende Phase. Wie das Unternehmen am 17. Februar mitteilte, findet die außerordentliche Hauptversammlung zur Abstimmung über die Fusion am 20. März 2026 um 8.00 Uhr (ET) statt. Gleichzeitig beginnt der Versand der endgültigen Proxy-Unterlagen an die Aktionäre. Der Verwaltungsrat empfiehlt einstimmig, für den Zusammenschluss mit Netflix zu stimmen.

Parallel dazu öffnet sich ein kurzes Zeitfenster für Gespräche mit Paramount Skydance (PSKY). Netflix hat WBD eine siebentägige Ausnahmegenehmigung bis zum 23. Februar erteilt, um offene Punkte mit PSKY zu klären. Hintergrund ist ein nachgebessertes Übernahmeangebot, das laut WBD jedoch weiterhin wesentliche Defizite aufweist. Ein Vertreter von PSKY soll informell signalisiert haben, 31 US-Dollar je Aktie zahlen zu wollen – und dass dies noch nicht das „beste und endgültige“ Angebot sei. Diese Konditionen seien allerdings bislang nicht verbindlich im Vertragsentwurf abgebildet.

WBD-CEO David Zaslav betonte, man habe in jeder Phase des Prozesses den Fokus auf maximalen Wert und Transaktionssicherheit gelegt. Der Netflix-Deal biete aus Sicht des Managements eine klare strategische Perspektive, regulatorische Planbarkeit und kaum Finanzierungsrisiken. Vorstandschef Samuel A. Di Piazza Jr. unterstrich zudem, dass der Zusammenschluss mit Netflix erhebliche Synergien, Investitionen in US-Produktionen und langfristige Wachstumschancen für die Entertainment-Industrie verspreche.

In einem ausführlichen Schreiben an PSKY listet WBD zahlreiche offene Punkte auf – darunter Fragen zur Finanzierungsstruktur, Refinanzierungskosten, Material-Adverse-Effect-Klauseln sowie zur operativen Handlungsfreiheit zwischen Signing und Closing. WBD fordert ein verbindliches, unterzeichnetes „best and final offer“, das sämtliche Unsicherheiten ausräumt. Bislang habe der Verwaltungsrat nicht festgestellt, dass das PSKY-Angebot dem Netflix-Deal überlegen sei.

Sollte es zu keiner substanziellen Nachbesserung kommen, bleibt der Kurs klar: Am 20. März sollen die Aktionäre über die Fusion mit Netflix abstimmen – ein Deal, der die Kräfte zweier globaler Mediengiganten bündeln und die Streaming- und Studioaktivitäten neu ausrichten würde.
17.02.2026 13:30 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/169059