Quotencheck: «Berlin – Tag & Nacht»

Der Scripted-Trash steht stellenweise an der Schwelle zum Debakel, kann sich bislang aber immer wieder mit letzter Kraft aus dem Sumpf ziehen. Viel Luft nach unten besteht über das Jahr gesehen dennoch nicht.

Wie performte die Billig-Soap «Berlin – Tag & Nacht» bei RTLZWEI über das Jahr 2025 hinweg? Antworten liefert die Betrachtung der letzten 12 Monate: Zum Start ins Jahr 2025 am 2. Januar um 19.05 Uhr lief es gerade so ok: Die Daten wurden auf nicht berauschende, aber immerhin akzeptable 4,8 Prozent (0,20 Millionen) in der Zielgruppe taxiert – damit lag man leicht über dem (recht niedrigen) Senderschnitt. Insgesamt lief es ob 1,5 Prozent (0,35 Millionen) gewohnt unterirdisch für die tendenziell juveniler ausgerichtete Produktion.

Einen weiteren Anstieg verschaffte der 6. Januar 2025, als passable 5,3 Prozent in der Zielgruppe durch 0,22 Millionen erhoben wurden. Allerdings hielt dieser Lichtblick nicht lange an, denn schon am nächsten Tag brach man auf blasse 3,7 Prozent bei den Jüngeren durch 0,15 Millionen weg. An den nächsten Terminen schwankte die Serie dann zwischen drei und vier Prozent.

Doch es erfolgte ein zusätzlicher Einbruch: Ab dem 15. Januar 2025 belief sich das Interesse zwei Tage lang nur auf grottige 2,9 Prozent durch 0,10 Millionen Werberelevante. Während es an den Folgetagen zumindest leicht wieder über drei Prozent ging, setzte der 24. Januar einen weiteren Schlag: Lediglich 0,08 Millionen Werberelevante wurden gemessen, welche bei ganz schlechten 2,0 Prozent verharrten. Danach das gleiche Spiel: Bei meistens um die 0,14 Millionen wurde zumindest die Drei-Prozent-Hürde wieder genommen.

Ein wirklich d'accord gehender Wert ließ sich erst am 4. Februar wieder verzeichnen, als recht ordentliche 5,1 Prozent wegen 0,20 Millionen 14-49-jährigen aufkamen. In den nächsten Wochen schwankte man wieder in der gewohnten Spanne zwischen drei und vier Prozent, wobei man durch oft 0,17 Millionen häufiger über vier Prozent zog. Am 5. März konnte mal wieder ein etwas merklicherer Lichtblick wegen 5,0 Prozent (0,21 Millionen) beobachtet werden. Für den ganzen folgenden Zeitraum lässt sich weiter festhalten: Meistens Slalom von drei zu vier Prozent, seltene Spitzen über fünf Prozent.

Größere Ausreißer nach unten brachten die beiden Daten 16. und 17. April. An genannten Tagen fiel das Interesse mit 2,6 und 2,3 Prozent deutlich mangelhaft aus. Es waren Zielgruppen-Reichweiten von 0,08 und 0,07 Millionen, die dies verursachten. Doch nach dem Schatten kam das Licht: Denn am 22. April ließ sich in Anbetracht richtig guter 6,6 Prozent (0,23 Millionen) ein vorläufiger Jahresbestwert festhalten, der zwei Tage später sogar nochmal wiederholt werden konnte. Ende April/Anfang Mai konnten dann noch zweimal Sechser-Dimensionen erreicht werden – es war ein kleines Frühlingshoch, das «BTN» befiel.

Der ganze Mai gestaltete sich im Folgenden äußerst divenhaft: Die Anteile fuhren Achterbahn zwischen drei und sechs Prozent. Highlight des Monats: Der 19. Mai mit schönen 7,2 Prozent durch 0,20 Millionen. Das kleine Frühlingshoch mündete teilweise im Juni schließlich gar in einen Sommerboost: Am 2. Juni konnten durch 0,25 Millionen Jüngere klasse 8,0 Prozent verzeichnet werden. Auch bis zum Monatsende lagen die Anteile oft in klar zufriedenstellenden Zonen um fünf und sechs Prozent. Zu beachten ist allerdings auch ein Stück weit, dass die Reichweiten um 0,17 Millionen wegen der tendenziell niedrigeren Fernsehnutzung bei wärmeren Außentemperaturen auch für höhere Anteile langten.

Nach einzelnen Abfällen auf drei und vier Prozent Anfang Juli ließ sich eben skizzierter Umstand dann auch auf den Folgemonat anwenden, der oftmals für ordentliche Zielgruppen-Anteile um fünf und sechs Prozent sorgte. Einhalten konnte der August diese Flughöhe ärgerlicher Weise nicht mehr, denn die Prozente sanken wieder ein Stück ab auf oft vier Prozent, teilweise auch drei Prozent. Die Sehbeteiligung lag meistens um gesunkene 0,10 Millionen. Ein richtiger Blues ereignete sich gar am 22. August, als nur noch unterirdische 1,9 Prozent wegen 0,05 Millionen auf dem Plan standen. Auch zu Beginn des Septembers rutschte man von Vierer-Werten immer mal wieder auf Krisen-Anteile von ein und zwei Prozent – es war eine kleine Schwächephase, in der die Reichweiten häufiger unter 0,10 Millionen lagen.

Das alles war der Auftakt zu einem sehr durchwachsenen September, der die Relationen oft bei blassen Zahlen um die drei Prozent beließ bei oft 0,11 Millionen 14-49-jährigen – ein Niveau, das RTLZWEI gerade so noch wegstecken kann, auf Dauer aber eigentlich zu wenig ist, um ein Gewinn für den Kanal zu sein. Etwas wechselhafter stellte sich der Oktober da, der wieder das Anfangs etablierte Schwanken zwischen drei und vier Prozent zurückbrachte bei Zielgruppen-Reichweiten oft um 0,12/0,13 Millionen. An einzelnen Tagen hatte die Serie aber auch mit der 0,10-Millionen-Hürde zu kämpfen und fiel in die Zweier-Zone.

Im November lagen die Dimensionen wieder oft in Höhe drei Prozent. Etwas erfreulicher war, dass im Vergleich zum Vormonat ein paar Mal mehr wieder die fünf vor dem Komma stand. An solchen Tagen wurden um die 0,15/0,16 Millionen Umworbene gemessen. Allerdings kam auch dieser Monat stellenweise nicht ohne Einbrüche auf zwei Prozent und 0,09 Millionen aus.

Der letzte Monat des Jahres startete zunächst recht vernünftig für die Trash-Geschichten: Die Zielgruppen-Anteile kamen oft bei vier Prozent und 0,15 Millionen über die Ziellinie. Ab der zweiten Dezember-Woche erfolgte aber ungewohnt langer Durchhänger, der die Prozente bis 12. Dezember vier Mal in Folge auf zwei Prozent (0,08 Millionen) drosselte. Bis zum Jahresende gelangte die Serie dann zumindest nochmal vereinzelt über vier Prozent und 0,10 Millionen. Bezüglich des nicht fokussierten älteren Publikums genügt übrigens der Zusatz, dass sich die Reichweiten in dieser Kategorie meistens bei sehr vernachlässigbaren Beteiligungen zwischen 0,20 und 0,30 Millionen bewegten, die konstant in der Ein-Prozent-Zone lagen.

Unter dem Strich stehen für «Berlin – Tag & Nacht» Mittelwerte von gerade noch akzeptablen 4,3 Prozent in der Zielgruppe und ganz schlechte 1,3 Prozent am Gesamtmarkt. Durchschnittliche Zuläufe in Höhe 0,13 Millionen wie 0,25 Millionen waren dafür verantwortlich. Anzumerken ist, dass die Trash-Soap phasenweise mit über fünf und sechs Prozent durchaus das Zeug hat, als passabler Erfolg für RTLZWEI durchzugehen, dieses Niveau aber nicht beständig genug halten kann. Depressive Abschnitte um drei und teils gar zwei Prozent treten tendenziell zu oft auf, die den Sender immer wieder auch an den Rand der Bedrängnis bringen. Im Endeffekt sollte die Filmpool-Produktion daher auf keinen Fall noch stärker beziehungsweise dauerhafter nachlassen, wenn sie dem «Köln 50667»-Schicksal entgehen will.
18.02.2026 12:00 Uhr  •  Mario Thunert Kurz-URL: qmde.de/169041